Starke Autosparte, solide Zahlen — und trotzdem rutscht die Aktie nachbörslich um 7,5 Prozent auf 160,16 Dollar ab. Der Grund liegt im Ausblick: Qualcomm investiert im Rechenzentrumsgeschäft, bevor dort nennenswerte Erlöse fließen.
Zahlen über den Erwartungen, Smartphones schwach
Im vierten Geschäftsquartal setzte Qualcomm bereinigt 10,44 Milliarden Dollar um. Das sind rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als die erwarteten 10,1 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,17 Dollar knapp über dem Konsens von 2,16 Dollar.
Die Smartphone-Chips brachen um 26 Prozent auf 5,14 Milliarden Dollar ein. Teurer Speicher drückt die Handynachfrage, zudem läuft das Apple-Geschäft aus. Dagegen legten die Autochips um 89 Prozent auf 1,99 Milliarden Dollar zu — erstmals rund zwei Milliarden Dollar Quartalsumsatz in dieser Sparte.
Warum der Ausblick bremst
Für das Dezemberquartal stellt Qualcomm 10,4 bis 11,2 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 2,15 und 2,35 Dollar liegen. Die Mitte von 2,25 Dollar verfehlt die Erwartungen von 2,27 bis 2,32 Dollar leicht.
Schwerer wiegt die Marge der Chipsparte QCT. Sie soll von 24 auf 20 bis 22 Prozent sinken. In der Mitte entspricht das den rund drei Prozentpunkten, die das Rechenzentrum an Vorleistungen kostet. Die Sparte zählt ab sofort zu QCT. Preiserhöhungen gegen teurere Wafer und Speicher greifen erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 voll.
Der Ausblick zeigt Kosten vor dem Umsatz, keine schwache Nachfrage. Das Rechenzentrum soll schon im Dezemberquartal mehr als 650 Millionen Dollar umsetzen, im Geschäftsjahr 2027 fünf Milliarden.
Hinzu kommt der bislang größte 5G-Auftrag der Firmengeschichte: Für das US-Mobilfunknetz der SpaceX-Sparte Starlink Mobile liefert Qualcomm Funktechnik und Software für Zehntausende Standorte. Der Aufbau beginnt 2027, der Umsatz fällt vor allem im Geschäftsjahr 2028 an. Vertragszahlen nennen beide Seiten nicht.
Chartbild und Sektorstimmung
Die Aktie hatte zuvor mit einem Plus von 5,33 Prozent bei 173,19 Dollar geschlossen. Nachbörslich fällt sie unter die 200-Tage-Linie bei 169,65 Dollar und unter den Aufwärtstrend seit dem Apriltief bei 121,99 Dollar. Nach oben begrenzt der Abwärtstrend seit dem Jahreshoch bei 259,92 Dollar.
Die Zahlen belasteten auch Asiens Halbleiterwerte. Der südkoreanische Kospi brach zeitweise um 5,8 Prozent ein, SK Hynix verlor 9,6 Prozent. In Japan gab Tokyo Electron um 9,6 Prozent nach. Händler verweisen zusätzlich auf Unsicherheit über KI-Investitionen.
Bestätigt der reguläre US-Handel heute den Bruch unter die 200-Tage-Linie, rückt das Augusttief als nächste Haltezone in den Blick.
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