Quanta Services hat 63,7 Milliarden Dollar Auftragsbestand in den Büchern, so viel wie nie zuvor. Der Netzausbauer liefert damit den Beleg, dass der Strombedarf durch KI-Rechenzentren längst in den Geschäftszahlen ankommt. Die Aktie legte nach dem Bericht um rund 5 Prozent zu.

Umsatz steigt um mehr als die Hälfte

Im dritten Quartal kletterte der Umsatz auf 12,0 Milliarden Dollar, nach 7,6 Milliarden im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang von 3,33 auf 6,06 Dollar. Analysten hatten nur mit etwa 4,95 Dollar gerechnet.

Auch beim Cash lieferte das Unternehmen: Der operative Cashflow lag bei 1,5 Milliarden Dollar, der freie Cashflow bei 1,2 Milliarden. Die operative Marge verbesserte sich auf 8,5 Prozent, nach 6,8 Prozent im Vorjahresquartal.

Der Vorstand hebt die Jahresziele erneut an. Für 2026 peilt Quanta nun einen Umsatz von 41,3 bis 41,6 Milliarden Dollar an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 17,90 und 18,30 Dollar liegen.

Große Projekte kommen erst noch

Das Management sieht sich bei den mehrjährigen Wachstumszielen des Investor Day vor Plan. Für 2027 stellt Chef Duke Austin ein starkes zweistelliges Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie in Aussicht, gestützt auf weiter steigende Aufträge.

Besonders interessant: Große Erzeugungs- und 765-Kilovolt-Projekte dürften nach Einschätzung des Managements erst 2027 spürbar in den Auftragsbestand einfließen. Der jüngste Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorquartal, ohne Zukäufe gerechnet, kam also ohne diese Großprojekte zustande.

TD Cowen hebt das Kursziel von 785 auf 830 Dollar und bleibt bei „Buy“. Die Analysten verweisen darauf, dass die Margen bereits die Ziele für 2030 erreicht haben. Sie sehen Spielraum für höhere langfristige Vorgaben. Die implizite Prognose fürs vierte Quartal liegt 5 bis 8 Prozent über dem Konsens.

Bewertung bleibt anspruchsvoll

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 44 Prozent zugelegt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut 72 zeigt, wie viel Wachstum der Markt bereits einpreist. Bewertungsmodelle stufen den Titel entsprechend als teuer ein.

Die Bilanz stützt die Expansion. Quanta platzierte im August Anleihen über 2 Milliarden Dollar, zahlte einen Terminkredit von 618,8 Millionen Dollar vorzeitig zurück und kaufte zuletzt zwei Firmen für insgesamt etwa 245 Millionen Dollar zu. Beide Zukäufe sollen 2026 kaum zum Ergebnis beitragen.

Entscheidend für 2027 ist der Zeitpunkt, an dem die Großprojekte erstmals in nennenswertem Umfang gebucht werden. Das Management erwartet diesen Schritt im kommenden Jahr.