Der US-Halbleiterspezialist Rambus hat gestern nach US-Börsenschluss seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte überstieg der Quartalsumsatz die Marke von 200 Millionen US-Dollar. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war die anhaltend starke Nachfrage nach Speicher- und Sicherheitslösungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Starkes Wachstum im Produktgeschäft

Der Gesamtumsatz kletterte im Jahresvergleich um 20 Prozent auf einen Rekordwert von 207,4 Millionen US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten deutlich, die im Konsens von etwa 199,3 Millionen US-Dollar ausgegangen waren. Besonders dynamisch entwickelte sich das Produktgeschäft, das mit einem Umsatz von 99,2 Millionen US-Dollar ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnete.

Beim Gewinn konnte Rambus ebenfalls zulegen. Das Unternehmen wies einen bereinigten Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) von 0,77 US-Dollar aus, nach 0,61 US-Dollar auf GAAP-Basis. Die Bruttomarge profitierte dabei von einer stabilen Entwicklung bei den Lizenzeinnahmen, die sich auf 84,2 Millionen US-Dollar beliefen. CEO Luc Seraphin verwies in diesem Zusammenhang auf die steigende Bedeutung von KI-Inferenz und agentischen Workloads, die den Bedarf an leistungsfähigen Speicherchipsätzen erhöhen.

Die Aktie reagiert heute positiv auf die Zahlenvorlage und verzeichnet ein Plus von 1,12 Prozent auf 84,76 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Erholung notiert der Wert mit einem Abstand von rund 43,47 Prozent weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Juni bei knapp 150 Euro markiert wurde.

Strategische Erfolge und Ausblick auf 2027

Neben den reinen Finanzkennzahlen berichtete das Management über operative Fortschritte. Rambus konnte einen bedeutenden Design-Sieg für einen HBM-Controller bei einem führenden US-Hyperscaler verbuchen. Zudem wurde ein neues Lizenzabkommen mit dem chinesischen Speicherhersteller CXMT geschlossen. Im Bereich der Rechenzentren setzt das Unternehmen verstärkt auf DDR5-Chipsätze für moderne Server-Plattformen.

Für das laufende dritte Quartal zeigt sich die Geschäftsführung optimistisch. Die Prognose sieht einen Umsatz in einer Spanne von 210 bis 216 Millionen US-Dollar vor. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll sich zwischen 0,75 und 0,82 US-Dollar bewegen. Das Produktgeschäft wird dabei voraussichtlich erneut wachsen und einen Beitrag zwischen 110 und 116 Millionen US-Dollar liefern.

Mit Blick auf die kommenden Jahre dämpfte CFO Sumeet Gagneja jedoch die Erwartungen für neue Technologien wie MRDIMM. Während erste Implementierungen bereits vorbereitet werden, rechnet das Unternehmen erst im Jahr 2027 mit einem materiellen Umsatzbeitrag aus diesem Bereich. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte Rambus über liquide Mittel in Höhe von 824,9 Millionen US-Dollar, was Spielraum für weitere Investitionen in die Produktentwicklung lässt.