Raspberry Pi hat ein außergewöhnliches Halbjahr hinter sich. Der Aktienkurs kletterte seit Jahresbeginn um fast 190 Prozent. Nun stellt das Unternehmen die Weichen für weiteres Wachstum im Industriesektor.
Gewinnprognose massiv angehoben
Der britische Computerhersteller rechnet für das erste Halbjahr mit einer deutlichen Gewinnsteigerung. Das bereinigte EBITDA soll mindestens 38 Millionen Dollar erreichen. Damit würde das Unternehmen bereits nach sechs Monaten fast die bisherige Jahresschätzung der Analysten erfüllen.
Parallel dazu stieg das Absatzvolumen auf über vier Millionen Einheiten. Günstige Speicherpreise stützten zuletzt die Margen. In der zweiten Jahreshälfte könnten steigende Kosten für DRAM-Chips diesen Effekt jedoch dämpfen. Um gegenzusteuern, nutzt das Management bereits neue Kreditlinien für strategische Lagerkäufe.
Wachstum durch Industrie und KI
Das Geschäftsmodell hat sich grundlegend gewandelt. Mittlerweile entfallen rund 75 Prozent der Verkäufe auf industrielle Kunden. Diese nutzen die Plattform für Automatisierung oder Smart-City-Projekte.
Mit dem neuen AI HAT+ 2 greift das Unternehmen im Markt für Edge-KI an. Die Hardware leistet 40 Tera-Operationen pro Sekunde. Beeindruckend. Zusätzlich verfügt die Platine über acht Gigabyte Arbeitsspeicher. Dies ermöglicht lokale Berechnungen komplexer Sprachmodelle ohne Cloud-Anbindung.
Konsolidierung auf hohem Niveau
Nach dem Rekordhoch von 13,06 Euro Anfang Juni legte die Aktie eine Atempause ein. Der Kurs pendelte sich zuletzt bei 10,06 Euro ein.
Mit einem RSI von knapp 55 gilt das Papier aktuell als neutral bewertet. Die Folge: eine stabile Basis für die kommenden Handelstage. Die Aktionäre stützten zudem auf der jüngsten Hauptversammlung den Kurs des Managements. Alle Vorschläge der Verwaltung erhielten eine breite Zustimmung.
In der kommenden Woche bestimmen vor allem die Trends der Halbleiterbranche die Richtung.
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