Ein deutlicher Rückgang des Bewertungsaufschlags sorgt bei Rational für frischen Optimismus am Markt. Die Aktie des Großküchenausrüsters legt heute um 6,0 Prozent auf 594,50 Euro zu und setzt sich damit an die Spitze der Gewinner im MDax. Auslöser für den deutlichen Kurssprung ist eine Hochstufung durch das Analysehaus RBC, das seine skeptische Haltung nach mehreren Jahren aufgibt.
Zusammengeschmolzene Bewertungsprämie eröffnet Spielraum
RBC-Analyst Sebastian Kuenne hob seine Einstufung für die Papiere von „Sector Perform“ auf „Outperform“ an und setzte das Kursziel von 680 auf 700 Euro herauf. Es ist die erste Kaufempfehlung des Experten für den Titel seit sieben Jahren.
Ausschlaggebend für die Neubewertung ist der drastische Rückgang des historischen Bewertungsaufschlags: Während Rational über die vergangenen zehn Jahre im Schnitt mit einer Prämie von 120 Prozent gegenüber europäischen Industriewerten gehandelt wurde, sank dieser Aufschlag zuletzt auf rund 10 Prozent.
Das Institut sieht für die Aktie neben dem Basisziel von 700 Euro ein Aufwärtsszenario von 900 Euro, während das Abwärtsszenario bei 550 Euro liegt. Erst gestern hatte das Papier bei 552,50 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert, von dem es sich mit der heutigen Erholung wieder absetzen kann.
Solides Wachstum abseits technologischer Modewellen
Fundamental rechnet der Experte damit, dass sich das jährliche Volumenwachstum nach zwei bis drei Jahren der Abschwächung künftig bei 5 bis 7 Prozent normalisiert. Ergänzend dazu dürften Preissteigerungen von rund 2 Prozent das Geschäft stützen. Gegenüber dem Konkurrenten Unox sieht die Analyse deutliche Produkt- und Preisvorteile aufseiten des bayerischen Herstellers.
Zudem punkte das Geschäftsmodell mit Stabilität: Die Nachfrage im professionellen Küchenbereich entwickle sich nachhaltig und vollkommen unabhängig von volatilen Investitionszyklen rund um künstliche Intelligenz. Als wesentliche Risikofaktoren für die kommenden Quartale nennt die Analyse den Wettbewerbsdruck, mögliche US-Handelszölle sowie Wechselkurseffekte durch einen stärkeren Euro.
Solide Geschäftszahlen stützen die Zuversicht
Die operative Basis für die künftige Entwicklung bleibt intakt. Im zweiten Quartal zum 30. Juni erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 323,9 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal 310,95 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatten. Der Nettogewinn kletterte im selben Zeitraum von 63,38 Millionen auf 73,1 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 kalkuliert RBC mit einem Konzernumsatz von 1,34 Milliarden Euro sowie einem Gewinn je Aktie von 24,58 Euro. Im darauffolgenden Geschäftsjahr 2027 soll das Ergebnis je Anteilsschein weiter auf 26,39 Euro zulegen.
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