Am 6. Mai legt Realty Income seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor — und die Messlatte liegt hoch. Der REIT hat sich für das laufende Jahr ein Investitionsvolumen von rund 8 Milliarden Dollar vorgenommen, deutlich mehr als die 6,3 Milliarden des Vorjahres. Ob dieser Wachstumskurs trägt, werden die Quartalszahlen erstmals konkret zeigen.

Was Analysten erwarten

Die Konsensschätzung liegt bei einem FFO von 1,10 Dollar je Aktie — ein Plus von rund 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Umsatz rechnen Analysten mit etwa 1,5 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von rund 8,6 Prozent entspräche. Für das Gesamtjahr hat das Management einen bereinigten FFO (AFFO) zwischen 4,38 und 4,42 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt, was einem jährlichen Wachstum von knapp drei Prozent entspräche.

In drei der vergangenen vier Quartale traf oder übertraf Realty Income die Konsenserwartungen — einmal verfehlte das Unternehmen die Prognose.

Frisches Kapital, globale Ambitionen

Kurz vor dem Berichtstermin hat Realty Income seine Finanzierungsbasis weiter gestärkt. Anfang April platzierte das Unternehmen Anleihen im Volumen von 800 Millionen Dollar mit einem Kupon von 4,75 Prozent und Laufzeit bis 2033. Die Transaktion wurde von einem Bankenkonsortium unter Führung von Wells Fargo Securities begleitet.

Die frischen Mittel fließen unter anderem in die internationale Expansion. Zuletzt kündigte Realty Income einen Markteintritt in Mexiko an — gemeinsam mit den Partnern GIC und Hines. Das Netto-Verschuldungsverhältnis zum EBITDAre liegt bei 5,4, ein für den Sektor moderater Wert.

Makroumfeld bleibt herausfordernd

Net-Lease-REITs reagieren sensibel auf Zinsveränderungen. Das aktuelle Umfeld — geprägt von anhaltend hohen Zinsen und handelspolitischer Unsicherheit durch neue Zollpolitik — belastet die Bewertungen im Sektor. Allerdings haben REITs operativ ein solides Jahr 2025 hinter sich, mit stabilen Fundamentaldaten und diszipliniertem Kapitalmarktzugang.

Realty Income profitiert dabei von einem breiten Zugang zu unbesicherten Anleihemärkten, was gegenüber privaten Marktteilnehmern einen strukturellen Vorteil darstellt. Hinzu kommt die Dividendenkontinuität: Im März erhöhte das Unternehmen seine monatliche Ausschüttung auf 0,2705 Dollar je Aktie — die 134. aufeinanderfolgende monatliche Dividendenerhöhung. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei rund 5,1 Prozent. Am 6. Mai werden die Q1-Zahlen zeigen müssen, ob das operative Fundament dieser Ausschüttungspolitik standhält.