Der Explorationssektor in Namibia verzeichnet neue Fortschritte. Reconnaissance Energy Africa Ltd. (ReconAfrica) konnte am Montag einen wichtigen operativen Meilenstein vermelden: Bei der Entdeckungsbohrung Kavango West 1X (KW1X) flossen aus zwei Zonen der Huttenberg-Formation erfolgreich Erdgas und potenzielle Flüssigkeiten an die Oberfläche.

Am heutigen Mittwoch bestätigte das Unternehmen zudem, dass Proben dieser Kohlenwasserstoffe zur detaillierten Analyse in US-amerikanische Labore versandt wurden, um die Zusammensetzung und das Vorhandensein gewinnbarer Flüssigkeiten exakt zu bestimmen.

An der Börse reagierten Anleger heute positiv auf die Nachrichtenlage. Die Aktie verzeichnete ein deutliches Plus von 11 % und notiert aktuell bei 0,4355 Euro. Trotz dieser Erholung spiegelt der Kursverlauf der jüngeren Vergangenheit die Volatilität des Explorationsgeschäfts wider: Auf Sicht von sieben Tagen steht das Papier noch immer mit 20 % im Minus.

Erfolgreiche Tests in der Huttenberg-Formation

Die vertikale Testphase im Bohrloch KW1X ist mit den jüngsten Gasflüssen abgeschlossen. Nun bereitet ReconAfrica eine horizontale Produktionsprüfung vor, die auf einen etwa 1.000 Meter langen Abschnitt der Huttenberg-Formation abzielt. Da diese Formation rund 600 Meter flacher liegt als die Elandshoek-Formation, ermöglicht dies laut Unternehmensangaben längere horizontale Abschnitte, um die Durchörterung des Reservoirs zu optimieren.

Für die kommenden Arbeiten setzt das Unternehmen auf etablierte Dienstleister. Halliburton wird weiterhin Ausrüstung und Dienstleistungen für die geplante horizontale Ablenkung (Sidetrack) bei KW1X bereitstellen. Für die Oberflächenoperationen, einschließlich der Bereitstellung einer Separatoreinheit, wurde der Dienstleister H2OIL unter Vertrag genommen.

Die Bohrungen für diesen horizontalen Sidetrack sollen im dritten Quartal 2026 beginnen, sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen und die bereits aus den USA verschifften Hochdruckpumpen vor Ort eingetroffen sind.

Solide Liquidität und reduzierte Aktienanzahl

Parallel zu den operativen Fortschritten veröffentlichte ReconAfrica gestern seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026. Das Unternehmen beendete den Berichtszeitraum mit einem Barbestand von 24,2 Millionen Dollar.

Unterstützt wurde die Liquidität im ersten Halbjahr 2026 durch Erlöse aus der Ausübung von Optionsscheinen in Höhe von knapp 4,97 Millionen Dollar. Nach Quartalsschluss flossen dem Unternehmen weitere 594.480 Dollar aus diesem Instrument zu.

Wie Proactive Investors berichtet, konnte das Unternehmen zudem die Gesamtzahl der voll verwässerten Aktien seit Jahresbeginn um 10 % reduzieren. Trotz der fehlenden Umsätze und eines negativen freien Cashflows wird die Bilanz von Beobachtern als schuldenfrei und solide bewertet.

In der Namibia-Lizenz PEL 73 fungiert ReconAfrica weiterhin als Betriebsführer mit einer Beteiligung von 70 %. Partner sind BW Energy mit 20 % sowie die National Petroleum Corporation of Namibia (NAMCOR), die einen Anteil von 10 % hält.

Internationale Aktivitäten in Gabun und Angola

Über die Kernaktivitäten in Namibia hinaus treibt das Unternehmen seine Projekte in anderen afrikanischen Regionen voran. In Gabun verlaufen die Arbeiten zur seismischen Wiederaufbereitung im Offshore-Block Ngulu planmäßig. Ziel ist die Erstellung eines finalen Ressourcenberichts für das Gebiet, zu dem auch die Ölentdeckung Loba gehört.

In Angola wurden zudem die geochemischen Probenahmen von Oberflächen-Ölaustritten abgeschlossen. Die Laborergebnisse für dieses Gebiet, das auf einer Absichtserklärung (MOU) basiert, werden zeitnah erwartet.

Anleger blicken nun gespannt auf den späten August, wenn die detaillierten Laboranalysen der Proben aus den Formationen Elandshoek und Huttenberg vorliegen dürften, die über das wirtschaftliche Potenzial der bisherigen Funde entscheiden werden.