Der kleine Drohnenhersteller meldet sich zurück. Red Cat legt am Dienstag um fast acht Prozent zu und klettert auf 9,73 Euro. Ein kräftiges Lebenszeichen nach einem schwachen Monat.

In den vergangenen 30 Tagen hatte die Aktie mehr als 23 Prozent eingebüßt. Auslöser war ein chinesischer Exportstopp für Dual-Use-Produkte – er traf auch Red Cat und seine Tochter Teal Drones. Jetzt schaltet der Markt um, die Aufmerksamkeit gilt den Chancen im Inland.

Pentagon setzt auf günstige Drohnen

Der wichtigste Treiber: das sogenannte Drone Dominance Program des Pentagons. Es ist mit 1,1 Milliarden Dollar dotiert. Ziel ist es, bis 2027 rund 200.000 kostengünstige Drohnen zu beschaffen. Teal Drones ist einer der Finalisten für den ersten Finanzierungstopf von 150 Millionen Dollar.

Analysten von Roth Capital sehen Red Cat auf der Gewinnerseite. Sie halten am Kursziel von 25 Dollar fest. Grund: Sobald die Produktion hochfährt, könnte die operative Marge auf 30 Prozent steigen. Das klingt ambitioniert – ist aber nicht unrealistisch, wenn die Großaufträge fließen.

KI an der Frontlinie

Parallel treibt Red Cat die technische Integration voran. Die Black-Widow-Drohnen werden künftig das KI-Analyse-Tool von Safe Pro antreiben. Das System erkennt Bedrohungen in Echtzeit auf dem Gefechtsfeld. Ein klarer Schritt zur Aufwertung des eigenen Produkts.

Erst kürzlich präsentierte das Unternehmen „Hellcat“ – ein neues Kleindrohnen-System für GPS-feindliche Umgebungen. Die Flugzeit: über 50 Minuten. Das System ist modular aufgebaut und soll mit Nato-Partnern kompatibel sein. Japan hat bereits einen Vertrag über die Black-Widow-Plattform unterzeichnet.

Wachstum auf hohem Niveau, aber rote Zahlen

Der Umsatz von Red Cat stieg zuletzt um 849 Prozent im Jahresvergleich auf 15,5 Millionen Dollar. Gleichzeitig blieb ein Nettoverlust von 26,6 Millionen Dollar. Die Bilanz zeigt: Das Unternehmen steckt mitten im Scale-up. Aufträge sind da, doch die Produktion muss Stückzahlen liefern.

Der RSI steht bei 50,9 – neutral, aber noch lange nicht überkauft. Der Kurs liegt knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,65 Euro. Ein gutes Zeichen für die kurze Frist.

Im August findet die Hauptversammlung statt. Dann dürfte das Management zur geplanten Produktionskapazität am Standort Salt Lake City Stellung nehmen. Für Anleger ist das der nächste wichtige Termin am Kalender.