Red Cat erlebt eine Achterbahnfahrt. Der Drohnenhersteller ist auf dem Vormarsch bei Militärverträgen – und dennoch stürzt die Aktie ab.

Am Freitag fiel der Kurs um 7,26 Prozent auf 9,62 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 12,83 Prozent. Auslöser: ein konkreter Vertrag, der Anleger ernüchterte.

Der Sieg und sein Preis

Dabei gibt es positive Nachrichten. Nach Informationen aus dem Juni 2026 hat Red Cat von der NATO einen Zuschlag für das Black-Widow-Drohnensystem erhalten. Der Wettbewerb um das Rüstungsgeschäft ist hart. Der globale Markt für Anti-Drohnen-Systeme wächst rasant, die Ausgaben sollen 2026 zwölf Milliarden Dollar übersteigen.

Das Problem liegt im Detail. Ein separater Auftrag der US-Armee, an dem Red Cat mit Partner Safe Pro Group beteiligt ist, wurde mit rund 742.000 Dollar bewertet. Investoren hatten offenbar ein deutlich größeres Volumen erwartet.

Die Reaktion: ein typischer „Sell-on-News“-Effekt. Die technische Bestätigung durch den Auftrag zählt plötzlich weniger als die enttäuschende Summe.

Strategische Positionierung bleibt intakt

Trotz der Tagesverluste sieht die Jahresbilanz anders aus. Seit Januar gewann Red Cat 22,98 Prozent. Der Kurs liegt rund 1,3 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 9,49 Euro – immerhin. Das Hoch von 16,30 Euro aus dem März ist mit 41 Prozent Abstand aber in weiter Ferne.

Das US-Verteidigungsministerium hat für Drohnensysteme im Fiskaljahr 2026 über drei Milliarden Dollar eingeplant. Analysten beobachten, dass der Markt zunehmend Unternehmen bevorzugt, die sowohl Software als auch Hardware kontrollieren. Genau hier hat Red Cat durch Zukäufe und Partnerschaften nachgerüstet.

Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris will das Unternehmen im Juni portable Ladesysteme und FPV-Drohnen präsentieren – gemeinsam mit Technologiepartnern. Der Auftritt könnte für neue Impulse sorgen, wenn die aktuellen Kursverluste verdaut sind.