Die Analysten von Piper Sandler haben am heutigen Donnerstag die Beobachtung der Red-Cat-Aktie aufgenommen. Mit einer Einstufung auf „Hold“ und einem Kursziel von 9 US-Dollar signalisieren die Experten eine neutrale Haltung gegenüber dem Drohnenhersteller. Damit positioniert sich das Bankhaus vorsichtiger als der breitere Markt: Der aktuelle Konsens der Analysten lautet weiterhin auf „Moderate Buy“, wobei das durchschnittliche Kursziel mit 18 US-Dollar doppelt so hoch liegt wie die neue Einschätzung von Piper Sandler.

Geopolitische Dynamik stützt das Geschäftsmodell

Ein wesentlicher Faktor für die Bewertung von Red Cat ist das Bestreben der US-Regierung, chinesische Drohnentechnologie konsequent aus staatlichen und militärischen Lieferketten zu verdrängen.

Das Unternehmen profitiert von diesem Trend insbesondere durch sein Modell „Black Widow“, das speziell für Aufklärungsmissionen entwickelt wurde. Die Relevanz dieser Technologie wurde zuletzt durch einen Auftrag der US Air Force im Volumen von 2,49 Millionen US-Dollar unterstrichen.

Im direkten Vergleich mit Mitbewerbern wie der Safe Pro Group zeigt sich die Marktstellung des Unternehmens deutlich. Während die Safe Pro Group zuletzt einen Umsatz von 2,88 Millionen US-Dollar auswies, kam Red Cat auf 40,73 Millionen US-Dollar.

Allerdings belastet die Expansion weiterhin die Bilanz: Dem Umsatz steht ein Nettoverlust von 72,07 Millionen US-Dollar gegenüber. Trotz dieser finanziellen Herausforderungen bewerten Marktbeobachter die operative Basis positiv und sehen Red Cat in acht von fünfzehn Vergleichsfaktoren vor der Safe Pro Group.

Einordnung der finanziellen Entwicklung

Die neutrale Haltung von Piper Sandler lässt sich auch auf die operativen Ergebnisse zurückführen, die das Unternehmen bereits vor rund einem Monat für das zweite Quartal gemeldet hatte.

Mit einem Verlust von 0,26 US-Dollar pro Aktie verfehlte Red Cat die Markterwartungen, die lediglich ein Minus von 0,21 US-Dollar vorgesehen hatten. Auch der Quartalsumsatz von 20,2 Millionen US-Dollar lag unter der Prognose der Experten von 22,65 Millionen US-Dollar.

An der Börse reagierten die Anleger heute dennoch mit vorsichtigem Optimismus auf die neue Analystenstimme. Die Aktie notiert aktuell bei 7,29 € und konnte damit ein Tagesplus von 2,3% verzeichnen. Zwar hat das Papier seit dem Höchststand im Frühjahr deutlich an Boden verloren, doch der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt weiterhin 45%.

Anleger beobachten nun genau, ob die verstärkte Nachfrage nach NDAA-konformen Drohnen – also Geräten, die den US-Sicherheitsanforderungen entsprechen – die Umsatzlücke in den kommenden Quartalen schließen kann. Neben der „Black Widow“ steht dabei auch die Zertifizierung weiterer Systeme für das „Blue UAS“-Programm im Fokus des Marktes.