Redcare Aktie: Ausblick enttäuscht

Redcare steigert Umsatz auf 2,9 Mrd. Euro, bleibt aber im Verlust. Der Ausblick für 2026 und die gesenkte mittelfristige Margenerwartung belasten die Aktie.

Redcare Pharmacy Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz steigt um 24 Prozent auf Rekordniveau
  • E-Rezept-Geschäft in Deutschland verdoppelt sich fast
  • Ausblick für 2026 unter Analystenerwartungen
  • Mittelfristige EBITDA-Margenziele deutlich gesenkt

Rekordumsatz klingt nach Rückenwind – doch bei Redcare hat ausgerechnet der Blick nach vorn die Stimmung gekippt. Denn obwohl das E-Rezept-Geschäft in Deutschland 2025 fast explodiert ist, blieb der Ausblick für 2026 unter den Markterwartungen. Anleger schauen jetzt genauer hin: Wie schnell lässt sich starkes Wachstum auch in stabile Profitabilität übersetzen?

Rekordumsatz – Verlust schrumpft, aber bleibt

Redcare hat am 4. März die testierten Zahlen für 2025 vorgelegt. Der Umsatz stieg um 24% auf 2,9 Mrd. Euro. Der Anteil der verschreibungspflichtigen Medikamente (Rx) wuchs dabei auf 36% des Gesamtumsatzes – und überschritt konzernweit erstmals die Marke von 1 Mrd. Euro.

Unterm Strich schrieb das Unternehmen dennoch weiter rote Zahlen. Der Nettoverlust verringerte sich zwar auf 37,7 Mio. Euro (nach 45,5 Mio. Euro im Vorjahr), die Schwelle zur nachhaltigen Gewinnzone ist damit aber noch nicht erreicht. Positiv: Das bereinigte EBITDA sprang um 72% auf 57,4 Mio. Euro, die Marge stieg auf 2,0%. Redcare verweist hier auf Skaleneffekte, Kostenkontrolle – und gleichzeitig laufende Investitionen in künftiges Wachstum.

E-Rezept treibt Deutschland-Geschäft

Der klare Wachstumsmotor war das deutsche Rx-Geschäft. Der Umsatz in diesem Bereich legte 2025 um 98% auf 503 Mio. Euro zu (2024: 254 Mio. Euro) und lag damit sogar über dem eigenen Ziel („mehr als 500 Mio. Euro“). Auch im vierten Quartal blieb das Tempo hoch: +60% auf 155 Mio. Euro, leicht über den Konsensschätzungen.

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Zusätzlich wuchs die Kundenbasis: 13,9 Mio. aktive Kunden nach 12,5 Mio. im Vorjahr. Der durchschnittliche Warenkorb stieg auf 65,98 Euro (2024: 60,98 Euro) – laut Unternehmen unterstützt durch den höheren Rx-Anteil und Cross-Selling.

OTC schwächelt – und 2026er Ziele kommen nicht an

Gleichzeitig zeigte das margenstärkere OTC-Geschäft (nicht verschreibungspflichtig) Ermüdungserscheinungen. Das Wachstum im Non-Rx-Bereich verlangsamte sich deutlich: Im vierten Quartal lag es bei 9,3%, nachdem es im ersten Quartal noch 19,7% gewesen war. Redcare nennt geringere Marketingausgaben und ein insgesamt „weiches Marktumfeld“ als Gründe. Im vierten Quartal blieb das Wachstum zudem leicht unter den Analystenerwartungen; auch das Ergebnis je Aktie verfehlte die Schätzungen (EPS-Überraschung: -5,73%).

Am Markt wog aber vor allem der Ausblick schwer. Bereits am 3. März hatte Redcare per Ad-hoc die Prognose für 2026 veröffentlicht: Umsatzwachstum von 13% bis 15%, deutsches Rx-Umsatz-Ziel von über 670 Mio. Euro, Non-Rx-Wachstum von 8% bis 10% und eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5%. Diese Ziele lagen unter den Konsenserwartungen.

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Für zusätzliche Skepsis sorgte zudem der mittelfristige Margenanspruch: Das Unternehmen nennt nun 5% statt zuvor 8%. CFO Hendrik Krampe verwies zwar auf Hebel wie sinkende Marketingkosten, Automatisierungsvorteile im Fulfillment sowie Wachstum in Marketplace und Retail Media – der Markt hörte aber vor allem: Der Weg zu hohen Margen dürfte länger werden.

Hohe Investitionen bleiben der Begleiter

Dass die Profitabilität nicht schneller anspringt, hängt auch mit dem laufenden Investitionszyklus zusammen. 2025 lagen die Investitionen (Capex) bei 118,6 Mio. Euro, vor allem für Automatisierung, Logistik-Kapazitäten und Technologie. 2025 und 2026 seien „Peak“-Jahre, danach soll sich die Investitionsintensität strukturell auf rund 2% des Umsatzes normalisieren.

An der Börse bleibt die Aktie unter Druck: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 42,26 Euro – ein neues 52-Wochen-Tief. Der starke Rückgang der vergangenen Monate zeigt, wie wenig Geduld der Markt aktuell für Enttäuschungen im Ausblick hat.

Im Fokus stehen damit die nächsten Quartale: Redcare muss zeigen, dass das starke E-Rezept-Wachstum nicht nur den Umsatz nach oben zieht, sondern spürbar auf die Marge durchschlägt – während gleichzeitig das schwächere OTC-Tempo stabilisiert wird und die Investitionen ihren Effizienzgewinn liefern.

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