Starkes Wachstum, schwache Profitabilität — bei Redcare Pharmacy klafft dieser Widerspruch derzeit besonders weit auseinander. Die Online-Apotheke hat im ersten Quartal 2026 ihren Umsatz um 18,3 Prozent auf 848 Millionen Euro gesteigert und damit das eigene Jahresziel von 13 bis 15 Prozent Wachstum bereits deutlich übertroffen. Ausgerechnet jetzt hat das Unternehmen sein mittelfristiges Margenziel von über 8 auf mehr als 5 Prozent gesenkt.
Neuer Aufsichtsrat, alte Baustellen
Die Hauptversammlung 2026 hat den Aufsichtsrat grundlegend erneuert. Anja Hendel, Max Müller und Peter Schmid von Linstow rücken neu in das Gremium ein. Hendel bringt über 20 Jahre Erfahrung in digitaler Strategie mit, zuletzt als Geschäftsführerin bei der Volkswagen-Tochter diconium. Müller kennt den Markt von beiden Seiten: Er leitet heute Global Public Affairs bei Bayer, war aber von 2013 bis 2020 Vorstandsmitglied beim Konkurrenten DocMorris.
Das neue Trio übernimmt in einer Phase maximaler Investitionen. CFO Hendrik Krampe, seit Dezember 2025 an Bord und zuvor acht Jahre Finance Director bei Amazons europäischem Marktplatzgeschäft, steuert den Umbau. Im Mittelpunkt steht ein neues Logistikzentrum im tschechischen Pilsen, das die jährliche Versandkapazität um 15 Millionen Pakete erhöhen soll. 2025 und 2026 gelten als Investitionshöhepunkt; danach soll die Investitionsquote unter 2 Prozent des Umsatzes fallen.
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Rezeptgeschäft als Wachstumsmotor
Der Treiber hinter den Umsatzzahlen ist das Rx-Segment. Der Rezeptumsatz legte konzernweit um 35 Prozent zu, in Deutschland sogar um 55 Prozent auf 168 Millionen Euro. Redcare hält inzwischen 67 Prozent des deutschen Online-Rezeptmarkts — ein struktureller Vorteil, der durch regulatorische Entwicklungen weiter gestützt werden könnte.
Eine Regierungskommission hat vorgeschlagen, die Zuzahlungen für Rezeptmedikamente auf 7,50 bis 15 Euro anzuheben, verglichen mit derzeit 5 bis 10 Euro. Bankhaus-Metzler-Analyst Felix Dennl argumentiert, höhere Eigenkosten würden preissensible Patienten in günstigere Kanäle treiben — also überproportional zu Online-Apotheken.
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Im OTC-Segment hingegen sorgt der Dezember-2025-Start von dm-med für Unruhe. Das Rx-Geschäft bietet hier eine gewisse Abschirmung, da der regulierte Markt für Drogerieriesen schwerer zugänglich ist.
Kurs erholt sich, Bewertung bleibt unter Druck
Die Aktie notiert bei 51 Euro und hat sich vom 52-Wochen-Tief bei 31 Euro deutlich erholt — allein in den vergangenen 30 Tagen um knapp 58 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt sie dennoch rund 24 Prozent im Minus, der 200-Tage-Durchschnitt bei 67,52 Euro ist weit entfernt.
Den ersten konkreten Belastungstest für das neue Führungsteam liefert der 6. Mai, wenn Redcare den vollständigen Quartalsbericht veröffentlicht. Dann wird sich zeigen, ob das explosive Rx-Wachstum auch auf der Ergebnisseite Spuren hinterlässt — und ob die Margenziele für 2026 bei einer EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent Bestand haben.
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