Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy blickt auf ein erfolgreiches zweites Quartal 2026 zurück und reagiert mit einer Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr. Das Unternehmen profitierte im Berichtszeitraum insbesondere von einer deutlichen Beschleunigung im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) in Deutschland sowie einer verbesserten operativen Effizienz. Medienberichten zufolge erreichte die bereinigte EBITDA-Marge mit 3,5 Prozent den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt.

Starkes zweites Quartal treibt Optimismus

In den drei Monaten bis Ende Juni erwirtschaftete Redcare Pharmacy einen Umsatz von 853 Millionen Euro, was einem Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Für das erste Halbjahr 2026 ergibt sich damit ein Gesamtumsatz von 1,7 Milliarden Euro. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Rx-Segment: Während der Umsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten insgesamt um 34 Prozent zulegte, verzeichnete das Unternehmen in Deutschland in diesem Bereich sogar ein Plus von 58 Prozent.

Parallel zum Umsatzwachstum konnte die Online-Apotheke ihre Kundenbasis weiter ausbauen. Die Zahl der aktiven Kunden stieg im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 14,7 Millionen. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung bei den Rx-Kunden im deutschen Kernmarkt, deren Anzahl im Vergleich zum Vorquartal um 4 Prozent zunahm. Erstmals lieferte zudem das internationale Segment ein positives bereinigtes EBITDA ab, was die fortschreitende Skalierung des Geschäftsmodells unterstreicht.

Wachstum im Fokus der neuen Prognose

Angesichts der starken Halbjahreszahlen hat das Management die Ziele für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert. Redcare Pharmacy erwartet nun ein Umsatzwachstum der Gruppe zwischen 15 und 17 Prozent, nachdem zuvor eine Spanne von 13 bis 15 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Für das deutsche Rx-Geschäft wird ein Zielumsatz von 680 bis 720 Millionen Euro angestrebt, während im Bereich der nicht verschreibungspflichtigen Produkte (Non-Rx) ein Zuwachs von 10 bis 12 Prozent erwartet wird.

Auch die Ergebniserwartungen wurden konkretisiert: Die Zielmarke für die bereinigte EBITDA-Marge liegt nun bei 2,5 bis 3 Prozent. Zuvor war lediglich ein Wert von mehr als 2,5 Prozent kommuniziert worden. Trotz dieses Optimismus deutet sich für die zweite Jahreshälfte eine leichte Normalisierung an. Medienberichten zufolge lag das Wachstum im Juli bereits leicht unter der 20-Prozent-Marke. Für das restliche Jahr rechnet das Unternehmen zudem mit einer spürbaren Verlangsamung des Rx-Wachstums, da im Vorjahreszeitraum die Einführung von Rezeptboni für eine sehr hohe Vergleichsbasis sorgte.

Regulatorische Impulse und operative Effizienz

Im regulatorischen Umfeld zeichnen sich für den deutschen Markt klare Perspektiven ab. Das Bundesgesundheitsministerium wird voraussichtlich im laufenden Monat August eine neue Verordnung zum Apothekenbetrieb verabschieden. Diese soll bestätigen, dass die Betriebspflichten bei den Apotheken verbleiben und nicht auf Logistikdienstleister ausgeweitet werden, was die Rechtssicherheit für Online-Modelle stärkt. Zudem wurde die feste Apothekenabgabengebühr (Fixum) zum 1. Juli von 8,35 Euro auf 9,00 Euro erhöht, wobei eine weitere Anhebung auf 9,50 Euro zum 1. Januar 2027 geplant ist.

Auf operativer Ebene setzt Redcare Pharmacy auf Automatisierung. Die Modernisierung des Standorts Sevenum verläuft planmäßig und soll zwischen Januar und Februar 2027 abgeschlossen sein. In der zweiten Jahreshälfte 2026 sind dafür Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro vorgesehen. Am Kapitalmarkt spiegelt sich die jüngste Entwicklung in einer moderaten Kursstabilisierung wider. Am Freitag schloss das Papier bei 62,80 Euro. Damit notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch mit 4,56 Prozent im Minus und liegt aktuell rund 40,08 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die Veröffentlichung des nächsten Zwischenberichts zum dritten Quartal ist für den 29. Oktober geplant.