Redcare Pharmacy stellt sich neu auf — und der Druck dahinter ist real. Mit der heutigen Hauptversammlung formalisiert das Unternehmen einen der umfassendsten Führungswechsel seiner Geschichte. Auslöser: dm und Rossmann greifen das Kerngeschäft frontal an.
Krampe kommt, Söder geht
Der auffälligste Neuzugang ist Hendrik Krampe als neuer CFO. Er verbrachte die letzten acht Jahre bei Amazon als Finance Director für das europäische Marktplatzgeschäft — davor war er bei eBay in Deutschland und den USA tätig. Seine Erfahrung mit dem Skalieren von Online-Plattformen soll Redcare in einer kritischen Phase stabilisieren.
Parallel dazu erneuert sich der Aufsichtsrat vollständig. Björn Söder, Jérôme Cochet und Jaska de Bakker scheiden aus. Söder und Cochet waren seit dem Börsengang 2016 dabei. Michael Köhler übernimmt den Vorsitz von Söder, der diese Rolle seit 2021 innehatte. Neu in das Gremium einziehen sollen Anja Hendel, Max Müller und Peter Schmid von Linstow.
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OTC unter Beschuss
Der Grund für den Umbau ist klar. Rossmann hat den Aufbau einer eigenen Online-Apotheke zum zentralen Projekt des laufenden Jahres erklärt. Der Betrieb soll in den Niederlanden angesiedelt werden — mit einem entscheidenden Vorteil: Rossmanns App hat rund 11 Millionen aktive Nutzer. Damit verfügt der Drogerieriese über eine fertige Kundenbasis, die Redcare direkt angreift.
Der Margendruck zeigt sich bereits in den Zahlen. Redcare senkte die Wachstumsprognose für das OTC-Segment von 16 % auf 8–10 %. Das mittelfristige EBITDA-Margenziel fiel von 8 % auf 5 %. Kein Wunder, dass die Aktie seit Jahresbeginn rund 37 % verloren hat und aktuell bei 42,40 Euro notiert — weit unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 68,92 Euro.
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Rx als Gegengewicht
Das Rezeptgeschäft bleibt der stabilisierende Faktor. Rossmann hat Rx-Medikamente bislang ausgeschlossen. Redcare behält damit einen strukturellen Vorteil in einem regulierten Markt, den Drogerieriesen nicht einfach betreten können.
Für 2026 peilt das Unternehmen ein Gesamtumsatzwachstum von 13–15 % an. Der Rx-Umsatz in Deutschland soll die Marke von 670 Millionen Euro überschreiten. Die bereinigte EBITDA-Marge soll mindestens 2,5 % erreichen — ein deutlich bescheideneres Ziel als noch vor einem Jahr.
6. Mai als erster Gradmesser
Die Q1-Zahlen erscheinen am 6. Mai. Sie liefern die erste belastbare Antwort auf die entscheidende Frage: Stabilisiert sich das OTC-Segment trotz des neuen Wettbewerbs — oder setzt sich der Margenschwund fort? Krampe und das neue Aufsichtsratsteam werden dann bereits im Amt sein. Ihr erster echter Test kommt schneller als geplant.
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