Wachstumsplattformen im Onlinehandel kennen dieses eine Problem: Neue Märkte kosten lange Zeit nur Geld. Redcare Pharmacy hat genau diesen Punkt jetzt hinter sich gelassen — das internationale Geschäft der Online-Apotheke erreichte im zweiten Quartal erstmals die Gewinnschwelle.

Der Umsatz kletterte um 20 Prozent auf 853 Millionen Euro. Bemerkenswert daran: Das Tempo zog gegenüber dem Jahresauftakt sogar noch an, statt wie bei vielen E-Commerce-Anbietern üblich abzuflachen. Auch beim bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) beschleunigte sich das Wachstum.

Warum die Gewinnschwelle im Ausland zählt

Für Plattformgeschäfte gilt die internationale Profitabilität oft als Bewährungsprobe. Solange ein Segment dauerhaft Verluste schreibt, bleibt offen, ob das Geschäftsmodell außerhalb des Heimatmarkts überhaupt trägt. Redcare hat diese Frage nun zumindest für das abgelaufene Quartal positiv beantwortet — ein Signal, das über die reinen Umsatzzahlen hinausgeht.

Die Baader Bank reagierte prompt und bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 85 Euro. Analyst Volker Bosse bezeichnete die Resultate als stark und verwies insbesondere auf die beschleunigte Dynamik bei Umsatz und Ebitda.

Der Rückenwind kommt nicht aus dem Nichts. E-Rezepte etablieren sich zunehmend als Wachstumstreiber für Online-Apotheken, was der Aktie in den vergangenen Monaten bereits zu einer deutlichen Kursverdopplung verholfen hat. Die aktuellen Zahlen liefern dafür nun die fundamentale Bestätigung.

Die Kombination aus anziehendem Umsatzwachstum und einem erstmals profitablen Auslandsgeschäft dürfte die Diskussion um die Bewertung der Aktie in den kommenden Wochen prägen — insbesondere mit Blick darauf, ob sich die Gewinnschwelle im internationalen Geschäft in den Folgequartalen als stabil erweist oder ein Einzelereignis bleibt.