Redcare Pharmacy legt heute um 7,7% zu. Medienberichten zufolge stützen die am Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen und das Wachstum im deutschen Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten den Anstieg. Die Ergebnisse zeigen einen stärkeren Zuwachs beim bereinigten operativen Gewinn als beim Umsatz. Zugleich meldete das Unternehmen zum zweiten Mal in Folge einen Nettogewinn.

Operatives Ergebnis wächst stärker als Umsatz

Im dritten Quartal 2026 steigerte Redcare Pharmacy den Umsatz nach eigenen Angaben um 18% auf 847 Millionen EUR. Damit ging die Verbesserung des Ergebnisses mit einem weiter wachsenden Geschäft einher.

Für die Einordnung ist vor allem das Zusammenspiel von Umsatz und operativem Gewinn wichtig. Ein höherer Umsatz allein sagt noch nicht aus, wie sich die Ertragslage entwickelt. Bei Redcare fiel der prozentuale Zuwachs des bereinigten operativen Ergebnisses deutlich stärker aus als das Erlöswachstum.

Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 68% auf 28,7 Millionen EUR. Die entsprechende Marge betrug 3,4%. Damit konnte Redcare den Umsatzanstieg in einen überproportionalen Zuwachs dieser Ergebniskennzahl übersetzen.

Der erneut positive Nettogewinn ergänzt dieses Bild. Er ist vom bereinigten EBITDA zu unterscheiden: Beide Kennzahlen beschreiben unterschiedliche Ebenen der Ertragslage. Für Anleger steht damit nicht nur das Wachstum im Mittelpunkt, sondern auch dessen Niederschlag im Ergebnis.

Jahresprognose unverändert bestätigt

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Redcare Pharmacy die Prognose eines Umsatzwachstums von 16%–18%. Der kräftige Anstieg des bereinigten Quartalsergebnisses ging somit nicht mit einer erneuten Änderung des Umsatzausblicks einher.

Die bestätigte Prognose und die gemeldeten Ergebnisse erfüllen unterschiedliche Funktionen: Die Quartalszahlen beschreiben die erreichte Geschäftsentwicklung. Der Ausblick bleibt dagegen eine Erwartung für das Gesamtjahr und ist nicht mit bereits erzielten Erlösen gleichzusetzen.

Berenberg bekräftigt Kaufempfehlung

Berenberg bestätigte am Donnerstag die Kaufempfehlung für Redcare Pharmacy und setzte das Kursziel auf 102 Euro. Die Einschätzung liefert neben den Unternehmenszahlen einen weiteren Bezugspunkt für Anleger. Das Kursziel ist dabei eine Analystenerwartung und kein zugesicherter künftiger Börsenkurs.

Im Zentrum der heutigen Bewegung stehen damit konkrete Geschäftsergebnisse: steigende Erlöse, ein stärker wachsendes bereinigtes EBITDA und ein weiterer Quartalsgewinn. Die unveränderte Jahresprognose begrenzt zugleich die Interpretation: Redcare hat bessere Quartalsergebnisse gemeldet, aber keine neue Wachstumsprognose vorgelegt.