Redcare Pharmacy wächst nicht nur kräftig, sondern verdient am zusätzlichen Geschäft auch mehr. Die heute veröffentlichten Quartalszahlen zeigen eine verbesserte Profitabilität, die das Unternehmen auf niedrigere bereinigte Vertriebskosten einschließlich Marketing zurückführt. Für Anleger steht damit die Frage im Mittelpunkt, wie belastbar dieser Fortschritt bei nachlassender Wachstumsdynamik bleibt. Die Jahresziele bestätigt die Online-Apotheke.
Operatives Ergebnis wächst schneller als Umsatz
Im dritten Quartal 2026 stieg der Konzernumsatz um 18 Prozent auf 847 Millionen Euro. Besonders das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland trug zum Wachstum bei.
Beim operativen Ergebnis fiel der Fortschritt deutlich stärker aus als beim Erlös. Redcare führt das auf niedrigere bereinigte Vertriebskosten zurück. Damit kommt die Verbesserung nicht allein aus dem steigenden Geschäftsvolumen.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erhöhte sich um 68 Prozent auf 28,7 Millionen Euro. Die entsprechende Marge erreichte 3,4 Prozent.
Die längerfristige Kostenentwicklung passt zu dieser Erklärung: Marketing und Vertrieb beanspruchten einen kleineren Teil der Erlöse. Das bedeutet allerdings nicht, dass Redcare diese Ausgaben auch absolut gesenkt hätte.
Laut APOTHEKE ADHOC stiegen die Marketing- und Vertriebskosten in den ersten neun Monaten auf 454 Millionen Euro. Ihr Umsatzanteil sank zugleich von 20,3 auf 17,8 Prozent.
Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig. Redcare gibt mehr für die Kundengewinnung und den Vertrieb aus, setzt diese Mittel gemessen am Umsatz aber effizienter ein. Das stützt die operative Verbesserung trotz des weiterhin intensiven Ausbaus des Geschäfts.
Deutsches Rezeptgeschäft bleibt der Wachstumstreiber
Der deutsche Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten legte um 56 Prozent auf 197 Millionen Euro zu. Laut Reuters profitierte Redcare dabei vom E-Rezept-Boom in Deutschland.
Außerhalb dieses Wachstumstreibers verlief die Entwicklung verhaltener. Das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten expandierte ebenfalls, blieb beim Wachstumstempo aber deutlich hinter dem deutschen Rezeptgeschäft zurück.
Der Umsatz mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten erhöhte sich um 9 Prozent auf 489 Millionen Euro. Für Oktober erwartet das Management wegen einer verspäteten Erkältungssaison lediglich einstelliges Wachstum in diesem Bereich, berichtet APOTHEKE ADHOC.
Hinzu kommt eine weitere Einschränkung aus der Telefonkonferenz: Das prozentuale Wachstum im Rezeptgeschäft dürfte nachlassen. Die starken Quartalszahlen lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf die kommenden Monate übertragen.
Bestätigter Ausblick setzt den Maßstab
Für 2026 hält Redcare an einem Konzernumsatzwachstum von 16–18 Prozent fest. Die bereinigte EBITDA-Marge soll 2,5–3,0 Prozent erreichen.
Die Bestätigung verbindet operative Fortschritte mit einem unveränderten Jahresrahmen. Jefferies-Analyst Martin Comtesse lobt laut dpa-AFX die anhaltend starke Geschäftsdynamik und hält eine weitere Anhebung der Jahresprognose für möglich. MWB Research bezeichnet die Zahlen als solide. Eine zusätzliche Zielanhebung bleibt damit eine Analystenerwartung und keine Unternehmensankündigung.
An der Börse überwiegt heute dennoch die Zurückhaltung: Die Aktie verliert -4,9%. Der Rückgang steht im Kontrast zur verbesserten Ertragslage.
Entscheidend ist nun das Zusammenspiel aus Wachstum und Kostenkontrolle. Redcare hat gezeigt, dass der Umsatz schneller wachsen kann als die Vertriebsaufwendungen. Der verhaltenere Oktoberstart im Geschäft ohne Rezept begrenzt jedoch die Aussagekraft des starken Quartals für den weiteren Jahresverlauf. Die bestätigte Prognose bleibt deshalb der belastbarere Maßstab als die Hoffnung auf eine erneute Anhebung.
Stand heute, 29. Oktober: Redcare Pharmacy – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Redcare Pharmacy investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 29. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

