Redcare Pharmacy steuert auf einen wichtigen Termin zu: Am kommenden Mittwoch, den 29. Juli, steht die Vorlage der Halbjahreszahlen an. Anleger richten den Blick dabei auf ein Unternehmen, das zuletzt kräftig gewachsen ist – getragen vom deutschen E-Rezept-Geschäft.
Starkes erstes Quartal als Ausgangspunkt
Im ersten Quartal 2026 steigerte Redcare Pharmacy den Konzernumsatz um 18,4 Prozent auf 849,5 Millionen Euro. Besonders kräftig entwickelte sich das deutsche Rx-Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten: Hier legte der Umsatz um 55 Prozent zu. Das bereinigte EBITDA kletterte um 58 Prozent auf 14,4 Millionen Euro, die Marge blieb mit 1,7 Prozent aber weiterhin dünn. Binnen eines Jahres wuchs die Zahl der aktiven Kunden um 1,1 Millionen auf 14,2 Millionen. Zuletzt hatte das Unternehmen zudem seine Jahresprognose angehoben, ein Signal für anhaltende Zuversicht im Management.
Das Zusammenspiel aus starkem Rx-Wachstum und steigender Kundenbasis stützt die These, dass sich die elektronische Verschreibung in Deutschland zunehmend als Umsatztreiber etabliert. Für Anleger bleibt die Marge dabei der entscheidende Beobachtungspunkt: Erst wenn das margenschwache Rx-Segment in nennenswertem Umfang zur Profitabilität beiträgt, dürfte sich das Wachstum auch stärker im Ergebnis niederschlagen.
Kursbild bleibt zweigeteilt
Die Aktie hatte auf die Geschäftsentwicklung mit einer kräftigen Erholung reagiert und war seit Ende März um rund 120 Prozent gestiegen. Am Freitag schloss das Papier bei 66,05 Euro, ein moderates Plus von 0,38 Prozent auf Tagessicht. Trotz der Erholungsbewegung notiert die Aktie damit weiterhin gut 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die Rally der vergangenen Monate hat also einen erheblichen Teil der vorherigen Verluste wettgemacht, ohne die alten Höchststände auch nur annähernd zu erreichen.
Diese Zweiteilung – kräftige operative Erholung einerseits, deutlicher Abstand zum Jahreshoch andererseits – dürfte die Diskussion rund um den Halbjahresbericht prägen. Für Investoren stellt sich die Frage, ob das im ersten Quartal gezeigte Tempo bei Umsatz und Kundenzahlen im zweiten Quartal Bestand hatte oder ob sich das Wachstum bereits wieder normalisiert.
Halbjahreszahlen als nächster Prüfstein
Am Mittwoch dürfte insbesondere die Entwicklung des deutschen Rx-Geschäfts im Mittelpunkt stehen, schließlich war es im ersten Quartal der zentrale Wachstumstreiber. Auch die Marge im bereinigten EBITDA wird genau beobachtet, nachdem sie zuletzt zwar deutlich gestiegen war, mit 1,7 Prozent aber noch überschaubar ausfiel. Bestätigt das Unternehmen den Wachstumskurs und liefert weitere Fortschritte bei der Profitabilität, könnte dies der Aktie nach den zuletzt eher verhaltenen Wochen neuen Schub geben. Bleiben positive Überraschungen aus, dürfte der Abstand zum 52-Wochen-Hoch vorerst bestehen bleiben.
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