Neue Führung, regulärer Rückenwind und ein Quartalsumsatz, der die eigene Prognose sprengt — Redcare Pharmacy hat in den vergangenen Wochen gleich mehrere Weichen neu gestellt. Die Aktie reagierte: Binnen 30 Tagen legte sie rund 51% zu, notiert mit 50,60 Euro aber noch immer weit unter dem Niveau vom Vorjahr.
Krampe bringt Amazon-DNA mit
Das Herzstück der Hauptversammlung Mitte April war die formelle Bestätigung von Hendrik Krampe als neuem Finanzvorstand. Krampe verbrachte elf Jahre bei Amazon in Luxemburg, zuletzt acht Jahre als Finance Director des europäischen Marktplatzgeschäfts — davor war er für eBay in Deutschland und den USA tätig. Seine Expertise im Skalieren von Online-Marktplätzen und im Aufbau von Retail-Media-Erlösen passt direkt zur Wachstumsstrategie des Unternehmens. Ergänzt wird das neue Führungsteam durch drei frisch gewählte Aufsichtsratsmitglieder: Anja Hendel, Max Müller und Peter Schmid von Linstow.
Regulatorischer Rückenwind — mit Haken
Parallel zur Führungsneuaufstellung zeichnet sich in Berlin eine Gesundheitsreform ab, die Versandapotheken strukturell begünstigen könnte. Eine Expertenkommission empfiehlt, die gesetzlichen Zuzahlungen für Rezeptmedikamente um 50% anzuheben — von bisher 5 bis 10 Euro auf künftig 7,50 bis 15 Euro. Gesundheitsministerin Nina Warken hat angekündigt, die entsprechende Gesetzgebung zügig voranzutreiben. Felix Dennl vom Bankhaus Metzler argumentiert, dass höhere Eigenanteile preissensible Patienten in günstigere Kanäle treiben — ein Trend, von dem Versandapotheken überproportional profitieren.
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Das Bild trübt sich allerdings an anderer Stelle. Das seit 13 Jahren unveränderte Fixhonorar je Medikamentenpackung soll von 8,35 auf 9,50 Euro steigen. Warken plant jedoch gleichzeitig, den Pflichtrabatt der Apotheken an die gesetzlichen Krankenkassen zu erhöhen — was den Effekt der Honorarerhöhung nach Einschätzung von Apothekerverbänden weitgehend neutralisieren würde.
Starkes Q1, schwieriges Margenjahr
Die operativen Zahlen zum ersten Quartal 2026 liefern dem neuen Team eine solide Ausgangsbasis. Der Konzernumsatz kletterte um 18,3% auf 848 Millionen Euro und übertraf damit sowohl den Analystenkonsens als auch die eigene Jahresprognose von 13 bis 15% Wachstum. Treiber war das Rezeptgeschäft: In Deutschland legte der Rx-Umsatz um 55% zu. Die Kundenbasis wuchs auf 14,2 Millionen aktive Nutzer.
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Das Wachstum hat seinen Preis. Redcare baut derzeit ein neues Logistikzentrum im tschechischen Pilsen, das die jährliche Kapazität um 15 Millionen Pakete erhöhen soll. Das Investitionsprogramm drückt auf die Marge: Das mittelfristige EBITDA-Margenziel wurde von über 8% auf mehr als 5% gesenkt. Für 2026 peilt das Management eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5% an — nach dem Investitionsgipfel sollen die Kapitalausgaben unter 2% des Umsatzes fallen.
Erste Bewährungsprobe im Mai
Im deutschen Online-Rx-Markt hält Redcare einen Marktanteil von 67% — Wettbewerber Rossmann hat einen Markteintritt im Rezeptsegment explizit ausgeschlossen. Das strukturelle Fundament steht. Ob Krampe und das neue Führungsteam daraus auch Margenstärke formen können, zeigt der vollständige Q1-Bericht im Mai — inklusive der Profitabilitätskennzahlen, die die Vorabzahlen vom April noch schuldig blieben.
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