Redcare Pharmacy Aktie: Margendruck

Redcare Pharmacy meldet Rekordumsatz, verfehlt jedoch die Profitabilitätsziele und senkt die mittelfristige EBITDA-Marge von über 8% auf über 5%. Das Wachstum im hochmargigen OTC-Geschäft schwächelt.

Redcare Pharmacy Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz steigt um 24% auf 2,9 Milliarden Euro
  • Mittelfristiges Margenziel von über 8% auf über 5% reduziert
  • OTC-Geschäft wächst langsamer als erwartet
  • Aktie fällt auf neues 52-Wochen-Tief

Rekordumsätze klingen nach Rückenwind – doch bei Redcare Pharmacy drehte der Markt den Spieß um. Denn trotz starkem Rezeptgeschäft enttäuschte das Unternehmen bei der Profitabilität und kappte seine mittelfristigen Margen-Ziele. Warum ist ausgerechnet das lukrative Nicht-Rezeptgeschäft plötzlich der Bremsklotz?

Rekordumsatz – aber Ergebnis verfehlt

Redcare Pharmacy legte am Mittwoch die Zahlen für 2025 vor. Der Umsatz stieg um 24% auf 2,9 Mrd. Euro. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine klare Erfolgsmeldung.

Der Haken: Im wichtigen Schlussquartal blieb das Ergebnis deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das bereinigte EBITDA lag bei 13,1 Mio. Euro, die Marge bei 1,6%. Der vom Unternehmen zusammengestellte Analystenkonsens hatte 20,1 Mio. Euro beziehungsweise 2,5% Marge gesehen. Unterm Strich verringerte sich der Nettoverlust zwar auf 39,4 Mio. Euro (nach 46,4 Mio. Euro), doch am Kernproblem ändert das wenig: Die Profitabilität kommt langsamer voran als erhofft.

Rezeptboom trifft auf OTC-Abkühlung

Der helle Fleck im Bericht ist das Rezeptgeschäft. Der Rx-Anteil am Umsatz stieg auf 36% und überschritt erstmals die Marke von 1 Mrd. Euro. Besonders stark: Rx Deutschland, das sich nahezu verdoppelte und 503 Mio. Euro erreichte.

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Gleichzeitig schwächelte das Non-Rx/OTC-Geschäft – und genau dort sitzen üblicherweise die höheren Margen. Im vierten Quartal wuchs dieser Bereich zwar um 9% auf 483 Mio. Euro, blieb damit aber spürbar unter den Erwartungen (rund 9% darunter). Insgesamt lag der Quartalsumsatz etwa 3% unter den Prognosen – laut Bericht vor allem wegen der weicheren Entwicklung im hochmargigen OTC-Geschäft.

Gekappte Ziele und vorsichtiger Ausblick

Der stärkste Kurs-Treiber war jedoch nicht eine einzelne Kennzahl, sondern eine Anpassung der „Roadmap“: Redcare senkte das mittelfristige Ziel für die bereinigte EBITDA-Marge auf „über 5%“ – zuvor waren „über 8%“ angepeilt. Ein langfristiges Ziel von „über 8%“ bestätigte das Management zwar, doch die neue Zwischenetappe signalisiert: Der Weg dorthin wird länger.

Auch der Ausblick für 2026 blieb unter den Markterwartungen. Redcare rechnet mit 13% bis 15% Umsatzwachstum, während Visible Alpha laut Bericht bei rund 17,5% lag. Für Non-Rx stellt das Unternehmen nur noch 8% bis 10% Wachstum in Aussicht. Die bereinigte EBITDA-Marge soll mindestens 2,5% erreichen, während der Konsens bei 2,9% bis 3,0% lag.

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UBS verweist dabei auf eine über Jahre sichtbare Abkühlung im Non-Rx-Wachstum: von etwa 25% (2023) auf 21% (2024), 15% (2025) und nun 8% bis 10% (Guidance 2026). Jefferies bleibt zwar bei „Buy“, betont aber, dass der Mittelwert der EBITDA-Guidance für 2026 einem Ergebnis von rund 84 Mio. Euro entspreche – und damit 19% unter den bisherigen Konsensschätzungen liege.

Operativ zeigt sich trotzdem Rückenwind: Die Zahl aktiver Kunden stieg auf 13,9 Mio. (nach 12,5 Mio.), der durchschnittliche Warenkorb kletterte auf 65,98 Euro. Treiber sind laut Bericht unter anderem der höhere Rx-Mix und Cross-Selling.

Nach dem Ausverkauf notierte die Aktie gestern bei 46,78 Euro – ein neues 52‑Wochen-Tief. Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, ob Redcare die angekündigten Hebel zur Margenverbesserung (unter anderem geringere Marketingquote, niedrigere Abwicklungskosten durch Automatisierung sowie höhere Margenbeiträge aus Marketplace und Retail Media) schnell genug in den Zahlen sichtbar machen kann – trotz weiterhin hoher Investitionen in Logistik und Automation in 2025 und 2026.

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