Redcare Pharmacy hat am Mittwoch eine wichtige Kursmarke überschritten – nur um von der UBS gleich wieder ausgebremst zu werden. Die Analysten des Schweizer Bankhauses sehen für die Aktie der Online-Apotheke nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial, wie am heutigen Mittwoch berichtet wurde. Konkrete Kursziele oder Bewertungsargumente nannte die Meldung nicht, doch die Botschaft ist eindeutig: Nach den Kursverlusten der vergangenen Wochen traut die UBS dem Titel keinen nachhaltigen Ausbruch nach oben zu.
Am Aktienmarkt zeigt sich die Zurückhaltung bereits in den Notierungen. Die Aktie notiert aktuell bei 62,95 Euro und damit weiterhin deutlich unter ihrem Rekordhoch der vergangenen zwölf Monate von 104,80 Euro – ein Abstand von knapp 40 Prozent. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen hat das Papier fast 9 Prozent verloren. Die Erholung vom Jahrestief Ende März ist damit ins Stocken geraten, bevor sie sich zu einem stabilen Aufwärtstrend verfestigen konnte.
UBS bremst Euphorie
Dass ausgerechnet an dem Tag, an dem die Aktie eine Marke knackt, ein Analystenhaus auf die Bremse tritt, passt zum bisherigen Verlauf des Jahres: Kräftige Ausschläge nach oben folgten regelmäßig ebenso kräftige Rücksetzer. Für Anleger bedeutet die Einschätzung der UBS vor allem eines: Der jüngste kurzfristige Kursanstieg reicht aus Sicht der Bank nicht aus, um die Verluste der vergangenen Monate als überwunden zu betrachten. Wer auf eine schnelle Rückkehr zu alten Höchstständen gesetzt hatte, muss diese Erwartung offenbar dämpfen.
Regulatorisches Umfeld bleibt schwierig
Der Kursverlauf spiegelt auch die Unsicherheit wider, die derzeit über dem gesamten deutschen Apothekenmarkt liegt. Die Bundesregierung ringt weiterhin um eine Reform der Apothekenvergütung: Eine geplante Anhebung der Servicegebühr auf 9,50 Euro ist bislang nicht umgesetzt, das zuständige Gesetzesvorhaben wurde zwischenzeitlich zur Überprüfung gestoppt. Parallel läuft eine Petition, die eine strengere Regulierung ausländischer Online-Apotheken fordert – sie hat in wenigen Tagen bereits über 1.150 Unterschriften gesammelt, eine frühere Petition des Apothekerverbands ABDA zur Honorarerhöhung kam sogar auf mehr als 320.000. Solche Debatten sorgen für ein Umfeld, in dem Investoren regulatorische Risiken für den gesamten Sektor genau im Blick behalten.
Die Kombination aus zurückhaltender Analystenstimme und ungelöster Reformdiskussion dürfte die Nervosität rund um die Aktie vorerst hochhalten. Bis mehr Klarheit über die politischen Weichenstellungen besteht, bleibt Redcare Pharmacy an der Börse ein Papier mit ausgeprägter Schwankungsbreite – die jüngste Kursbewegung liefert dafür ein weiteres Beispiel.
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