Redcare Pharmacy steht vor der tiefgreifendsten Umstrukturierung seit dem Börsengang 2016. Am 15. April entscheiden die Aktionäre auf der Hauptversammlung über einen weitreichenden Umbau von Aufsichtsrat und Vorstand — zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie massiv unter Druck steht.
Nahezu vollständige Neubesetzung des Aufsichtsrats
Gleich drei langjährige Aufsichtsratsmitglieder scheiden aus, darunter Björn Söder und Jérôme Cochet, die das Unternehmen seit dem IPO begleitet haben. Neu gewählt werden sollen Anja Hendel, Max Müller und Peter Schmid von Linstow. Eine solch simultane Neubesetzung von drei Mandaten ist selbst nach gängigen Corporate-Governance-Maßstäben ungewöhnlich.
Max Müller bringt Erfahrung aus der regulierten Gesundheitsbranche mit — er war zuvor bei DocMorris und Celesio tätig, bevor er als Senior Vice President zu Bayer wechselte. Peter Schmid von Linstow hat Wachstumsphasen bei Visable, Parship, eBay und AutoScout24 begleitet.
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CFO mit Amazon-Hintergrund
Ebenfalls auf der Tagesordnung steht die formelle Bestellung von Hendrik Krampe als neuem Finanzvorstand. Krampe kommt von Amazon, wo er acht Jahre lang als Finance Director für das europäische Marketplace-Geschäft verantwortlich war. Sein Profil passt zur Wachstumsstrategie des Unternehmens — Redcare setzt weiterhin auf das Skalierungsmodell einer Online-Plattform.
Druck von allen Seiten
Der Führungswechsel kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren, getrieben vom Markteintritt der Drogerieketten dm und Rossmann im Online-OTC-Geschäft sowie von gesenkten Wachstumszielen. Das mittelfristige EBITDA-Margenziel wurde von 8 % auf 5 % reduziert; für 2026 peilt das Management mindestens 2,5 % an.
Ein neues Fulfillment-Center im tschechischen Pilsen, das im Dezember 2025 den Betrieb aufnahm und die OTC-Versandkapazität um 15 Millionen Pakete jährlich erhöht, wirkt angesichts des Wettbewerbsdrucks eher defensiv.
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Stabiler zeigt sich das Rx-Segment: Rossmann hat bestätigt, keine verschreibungspflichtigen Medikamente anzubieten. Redcare hält hier 67 % Marktanteil und erwartet für 2026 Rx-Umsätze von über 670 Millionen Euro.
Erste Zahlen folgen rasch
Jefferies beziffert die Lücke zwischen dem Mittelpunkt der EBITDA-Guidance und dem vorherigen Marktkonsens auf 19 % — hält aber an einer Kaufempfehlung mit Kursziel 150 Euro fest. Barclays bewertet die Aktie ebenfalls mit „Overweight“ und einem Kursziel von 110 Euro.
Den ersten belastbaren Hinweis darauf, ob das neue Führungsteam die Trendwende einleiten kann, liefern die Q1-Zahlen am 6. Mai 2026 — keine drei Wochen nach der Hauptversammlung.
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