Redcare Pharmacy: Marge-Ziel auf 2,5% gesenkt

Redcare Pharmacy steigert Umsatz deutlich, senkt aber Margenziele aufgrund hoher Investitionen. Analysten bleiben trotz Kursverlusten optimistisch.

Redcare Pharmacy Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz steigt um 18 Prozent
  • Rezeptgeschäft wächst rasant
  • Margenziele nach unten korrigiert
  • Analysten raten mehrheitlich zum Kauf

Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei Redcare Pharmacy klaffen operatives Geschäft und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Online-Apotheker verzeichnet ein explosives Wachstum bei Rezepten. Parallel dazu drückt ein massives Investitionsprogramm die Profitabilität. Anleger reagieren nervös auf diesen Spagat.

Rekordumsatz kostet Rendite

Die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal beeindrucken. Der Konzernumsatz kletterte um gut 18 Prozent auf 848 Millionen Euro. Damit übertrifft Redcare das eigene Jahresziel deutlich. Der Motor dieser Entwicklung ist das Rezeptgeschäft. Allein in Deutschland sprangen diese Erlöse um 55 Prozent nach oben.

Die Kehrseite des Wachstums sind hohe Kosten. Das Management hat das laufende Jahr zum maximalen Investitionsjahr ausgerufen. Im Zentrum steht ein neues Logistikzentrum im tschechischen Pilsen. Das Werk soll die Kapazität massiv erhöhen. Diese Ausgaben belasten die Profitabilität spürbar.

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Redcare senkte deshalb das mittelfristige Margenziel von über acht auf nun mehr als fünf Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einer bereinigten EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent.

Analysten bleiben optimistisch

An der Börse dominiert aktuell die Skepsis. Die Aktie verliert heute über fünf Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 25 Prozent auf der Kurstafel. Der RSI-Wert von 12,8 signalisiert einen stark überverkauften Zustand.

Branchenexperten bewerten die Lage völlig anders. Die große Mehrheit der Analysten rät zum Kauf der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 95 Euro. Jefferies lobt den starken Jahresstart und sieht den fairen Wert sogar bei 150 Euro. Auch die Deutsche Bank empfiehlt die Aktie aufgrund der steigenden Marktanteile im E-Rezept-Bereich.

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Neue Konkurrenz und politische Hilfe

Während das Rezeptgeschäft boomt, wächst der Druck bei rezeptfreien Medikamenten. Drogerieketten wie dm und Rossmann greifen mit eigenen Plattformen an. Redcare verteidigt sich mit einer starken Marktposition. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten im Netz kontrolliert das Unternehmen 67 Prozent des deutschen Marktes. Rossmann will in dieses Segment gar nicht erst einsteigen.

Zusätzlicher Rückenwind könnte aus der Politik kommen. Eine Expertenkommission schlägt vor, die gesetzlichen Zuzahlungen für Rezepte deutlich anzuheben. Patienten müssten dann bis zu 15 Euro pro Medikament zahlen. Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler sieht darin einen klaren Vorteil. Höhere Kosten dürften preissensible Patienten verstärkt in die günstigeren Online-Kanäle treiben.

Mittelfristig will Redcare durch Automatisierung und einen Marktplatz-Ausbau profitabler werden. Am 6. Mai präsentiert das Unternehmen die vollständigen Quartalszahlen. Dann muss das neue Management beweisen, dass das explosive Umsatzwachstum die massiven Investitionen rechtfertigt. Hält die Dynamik im Rezeptgeschäft an, könnte dies die Sorgen um die schrumpfenden Margen lindern.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.