Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei Redcare Pharmacy klaffen operatives Geschäft und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Online-Apotheker verzeichnet ein explosives Wachstum bei Rezepten. Parallel dazu drückt ein massives Investitionsprogramm die Profitabilität. Anleger reagieren nervös auf diesen Spagat.
Rekordumsatz kostet Rendite
Die vorläufigen Zahlen für das erste Quartal beeindrucken. Der Konzernumsatz kletterte um gut 18 Prozent auf 848 Millionen Euro. Damit übertrifft Redcare das eigene Jahresziel deutlich. Der Motor dieser Entwicklung ist das Rezeptgeschäft. Allein in Deutschland sprangen diese Erlöse um 55 Prozent nach oben.
Die Kehrseite des Wachstums sind hohe Kosten. Das Management hat das laufende Jahr zum maximalen Investitionsjahr ausgerufen. Im Zentrum steht ein neues Logistikzentrum im tschechischen Pilsen. Das Werk soll die Kapazität massiv erhöhen. Diese Ausgaben belasten die Profitabilität spürbar.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Redcare Pharmacy?
Redcare senkte deshalb das mittelfristige Margenziel von über acht auf nun mehr als fünf Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einer bereinigten EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent.
Analysten bleiben optimistisch
An der Börse dominiert aktuell die Skepsis. Die Aktie verliert heute über fünf Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 25 Prozent auf der Kurstafel. Der RSI-Wert von 12,8 signalisiert einen stark überverkauften Zustand.
Branchenexperten bewerten die Lage völlig anders. Die große Mehrheit der Analysten rät zum Kauf der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 95 Euro. Jefferies lobt den starken Jahresstart und sieht den fairen Wert sogar bei 150 Euro. Auch die Deutsche Bank empfiehlt die Aktie aufgrund der steigenden Marktanteile im E-Rezept-Bereich.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Redcare Pharmacy?
Neue Konkurrenz und politische Hilfe
Während das Rezeptgeschäft boomt, wächst der Druck bei rezeptfreien Medikamenten. Drogerieketten wie dm und Rossmann greifen mit eigenen Plattformen an. Redcare verteidigt sich mit einer starken Marktposition. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten im Netz kontrolliert das Unternehmen 67 Prozent des deutschen Marktes. Rossmann will in dieses Segment gar nicht erst einsteigen.
Zusätzlicher Rückenwind könnte aus der Politik kommen. Eine Expertenkommission schlägt vor, die gesetzlichen Zuzahlungen für Rezepte deutlich anzuheben. Patienten müssten dann bis zu 15 Euro pro Medikament zahlen. Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler sieht darin einen klaren Vorteil. Höhere Kosten dürften preissensible Patienten verstärkt in die günstigeren Online-Kanäle treiben.
Mittelfristig will Redcare durch Automatisierung und einen Marktplatz-Ausbau profitabler werden. Am 6. Mai präsentiert das Unternehmen die vollständigen Quartalszahlen. Dann muss das neue Management beweisen, dass das explosive Umsatzwachstum die massiven Investitionen rechtfertigt. Hält die Dynamik im Rezeptgeschäft an, könnte dies die Sorgen um die schrumpfenden Margen lindern.
Redcare Pharmacy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Redcare Pharmacy-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:
Die neusten Redcare Pharmacy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Redcare Pharmacy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Redcare Pharmacy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


