Redcare Pharmacy: May 6 als Katalysator für Margin-Test

Neue Konkurrenz im OTC-Geschäft zwingt Redcare zu Prognosekürzungen, während das Rezeptsegment und Investitionen in Logistik den Kurs stützen.

Redcare Pharmacy Aktie
Kurz & knapp:
  • dm und Rossmann starten Online-Apotheken
  • Wachstumsprognose für OTC-Segment halbiert
  • Hohe Investitionen drücken Margenziele
  • Analysten sehen trotz Kursrutsch Potenzial

dm und Rossmann greifen an. Für Redcare Pharmacy wird das zum Problem — ausgerechnet in einem Jahr, das das Management selbst als Hochinvestitionsphase deklariert hat.

Die Aktie schloss die Woche bei 48,96 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie rund 27 Prozent verloren. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 136,20 Euro — mehr als 64 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Zwei Fronten, ein Kernproblem

dm verkauft seit Dezember 2025 rund 2.500 rezeptfreie Produkte über seine eigene Online-Plattform „dm-med“. Rossmann zieht nach: Eine eigene Online-Apotheke ist für 2026 als zentrales Projekt geplant, betrieben aus den Niederlanden und gestützt auf eine App mit rund 11 Millionen aktiven Nutzern.

Das trifft Redcare im OTC-Segment empfindlich. Das Management hat die Wachstumsprognose dort von 16 auf 8 bis 10 Prozent gesenkt. Das mittelfristige Margenziel fiel von 8 auf 5 Prozent.

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Das Rezeptgeschäft bleibt geschützt

Rossmann hat angekündigt, keine verschreibungspflichtigen Medikamente anzubieten. Das schützt Redcares stärkstes Segment. Im deutschen Online-Rezeptmarkt hält das Unternehmen 67 Prozent Marktanteil. Für 2026 erwartet das Management Rx-Umsätze von mehr als 670 Millionen Euro.

Felix Dennl von Bankhaus Metzler sieht hier sogar Rückenwind: Geplante Erhöhungen der Rezeptzuzahlungen könnten preissensible Patienten verstärkt in günstigere Online-Kanäle treiben.

Neues Führungsteam, volle Investitionskasse

Auf der Hauptversammlung 2026 bestätigten die Aktionäre drei neue Aufsichtsratsmitglieder. Hendrik Krampe, der neue CFO mit rund 20 Jahren E-Commerce-Erfahrung bei Amazon und eBay, wurde formal ernannt.

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Der Führungswechsel fällt in die kapitalintensivste Phase der Unternehmensgeschichte. Ein neues Logistikzentrum in Pilsen soll die jährliche Kapazität um 15 Millionen Pakete steigern. Die hohen Investitionen belasten die Profitabilität — und haben das mittelfristige Margenziel nach unten gedrückt.

Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seinen Zielen fest: 13 bis 15 Prozent Umsatzwachstum und eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5 Prozent.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz des Kursrutsches empfehlen sieben Analysten die Aktie zum Kauf — keiner rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 94,94 Euro. Jefferies hält an einem Kursziel von 150 Euro fest und lobt den starken Jahresstart. Deutsche Bank empfiehlt ebenfalls den Kauf und verweist auf den wachsenden E-Rezept-Marktanteil.

Am 6. Mai legt Redcare seinen Quartalsbericht vor. Dann zeigt sich, ob das OTC-Segment unter dem Wettbewerbsdruck stabilisiert und ob die 2,5-Prozent-Marge noch erreichbar ist — der erste echte Test für das neue Führungsteam.

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Diskussion zu Redcare Pharmacy

Über Dieter Jaworski 3437 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

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Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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