Die vergangene Woche war ein einziger Rutsch – mit Ausnahme des Freitags. Refined Energy schloss die letzte Handelssession bei 0,16 € und legte dabei 4,28 Prozent zu. Eine Verschnaufpause nach einem brutalen Durchhänger.

Die Wochenbilanz sieht dennoch düster aus: 26,62 Prozent Minus in sieben Tagen. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf mehr als 55 Prozent. Der Uranexplorer steckt tief im Abwärtssog.

Board-Abgang und Quartalszahlen belasten

Der Abverkauf hat handfeste Gründe. Am 25. Mai verließ Ken Wheatley den Verwaltungsrat – wirksam sofort. Nur vier Tage später folgten die Quartalszahlen für das dritte Geschäftsquartal. Für Anleger war das ein doppelter Vertrauensverlust.

Die Aktie notiert inzwischen 43 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie (0,28 €). Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 0,26 € liegt weit entfernt – 39 Prozent über dem aktuellen Kurs. Vom Januar-Hoch bei 0,78 € trennen den Titel rund 80 Prozent.

Signale aus dem Chart

Die Freitagserholung kam nicht von ungefähr. Der 14-Tage-RSI fiel auf 29,1 Punkte – das ist technisch überverkauft. Solche Extremwerte locken oft Schnäppchenjäger oder zwingen Shortseller zur Eindeckung.

Die Volatilität bleibt extrem. Die annualisierte 30-Tage-Schwankungsbreite liegt bei 88,55 Prozent. Das ist nichts für schwache Nerven.

Hinzu kommt: Vom 52-Wochen-Tief bei 0,10 Euro (Oktober 2025) ist der Kurs immerhin 60 Prozent entfernt. Ein Boden scheint noch nicht endgültig durchbrochen.

Operativ steht die Exploration im Fokus

Unter dem Kurschaos verschwindet fast die operative Story: Anfang April schloss Refined Energy sein erstes Bohrprogramm auf dem Dufferin West Property in Saskatchewan ab. Das Unternehmen hatte zuvor auf das anhaltende globale Uranangebotsdefizit verwiesen.

Im Februar sicherte sich die Firma zudem 1,5 Millionen kanadische Dollar über eine Flow-Through-Private-Placement. Liquidität ist damit vorerst da.

Ob die technische Gegenbewegung vom Freitag nachhaltig ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Die 0,16 Euro sind die erste Haltelinie. Wird sie unterschritten, droht die nächste Abwärtswelle.