Regeneron sichert sich einen weiteren Regierungsauftrag für sein Ebola-Medikament. Die US-Behörde BARDA verlängert den Liefervertrag für Inmazeb, das Volumen liegt bei rund 270 Millionen Dollar. Parallel treibt der Konzern ein zweites Präparat gegen einen aktuellen Ausbruch voran.
Neuer Liefervertrag mit BARDA
Regeneron erweitert damit eine Vereinbarung, die 2020 mit der ersten staatlichen Beschaffung von Inmazeb begann. Die zusätzlichen Dosen sollen bis 2031 an die US-Regierung gehen. Sie dienen dem Vorrat für künftige Ausbrüche.
Inmazeb war die erste von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene Ebola-Therapie. Sie kombiniert drei monoklonale Antikörper und richtet sich gegen Infektionen mit Orthoebolavirus zairense, den Erreger der schwersten Ausbrüche. Seit 2019 erhielten Hunderte Patienten das Mittel. In einer klinischen Studie senkte es die Sterblichkeit bei Patienten mit niedriger Viruslast um etwa 55 Prozent gegenüber einer aktiven Vergleichsbehandlung.
Für den Konzern ist der Auftrag eine verlässliche Einnahmequelle, die über mehrere Jahre läuft. Gemessen am Gesamtgeschäft bleibt der Betrag allerdings überschaubar. Konzernchef Leonard Schleifer sprach von genau der Art Vorsorge, die das Land angesichts erkennbarer Bedrohungen brauche.
Maftivimab gegen das Bundibugyo-Virus
Der zweite Teil der Nachricht reicht über den Vorrat hinaus. Regeneron prüft maftivimab, einen Bestandteil von Inmazeb, als Mittel gegen Ebola-Erkrankungen durch das Bundibugyo-Virus. Dieses Virus treibt den aktuellen Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Für diese Variante ist bislang keine Behandlung zugelassen.
Laut Unternehmen zeigte der Wirkstoff in Labor- und Primatenstudien eine starke Wirkung. Die Daten liegen als Preprint vor, eine begutachtete Veröffentlichung steht noch aus. Maftivimab wird nun in die Studie PARTNERS aufgenommen. Die Universität Oxford koordiniert sie, die Weltgesundheitsorganisation ist Sponsor. Menschliche Wirksamkeitsdaten gibt es bisher nicht, eine Zulassung ist entsprechend nicht absehbar.
Aktie bleibt ruhig
An der Börse blieb die Reaktion vorbörslich verhalten. Die Aktie schloss am Freitag bei 805,02 Dollar und notierte im vorbörslichen Handel kaum verändert. Das Papier bewegt sich damit im oberen Bereich seiner Jahresspanne von rund 576 bis 859 Dollar.
Konkret messbar ist vorerst nur der Vertrag: Die rund 270 Millionen Dollar verteilen sich auf Lieferungen bis 2031. Ob maftivimab später ein eigenes Geschäft wird, hängt von den Ergebnissen der PARTNERS-Studie ab.
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