Volle Auftragsbücher, aber leere Kassen. Bei Renk klaffen Anspruch und Realität derzeit auseinander. Am Mittwoch legt der Getriebehersteller seine Quartalszahlen vor. Einen Tag später trifft das Management Investoren in Frankfurt. Dort dürften vor allem Exportrisiken und Produktionsverlagerungen auf der Agenda stehen.
Der zentrale Streitpunkt ist die Geldgenerierung. Das Management strebt eine Cash-Conversion-Rate von über 80 Prozent an. Zuletzt rutschte der Wert auf magere 47 Prozent ab. Die Folge: Rund 200 Millionen Euro an Kundenzahlungen stehen noch aus. CFO Anja Manz-Siebje spricht von reinen Timing-Effekten. Die anstehenden Berichte müssen belegen, dass diese Lücke schrumpft.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Renk?
Rekordaufträge und Umsatzdelle
Die Auftragsseite glänzt im direkten Kontrast dazu. Analysten erwarten für das erste Quartal einen Rekordwert von 585 Millionen Euro. Das wäre das stärkste Einzelquartal der Firmengeschichte. Beim Umsatz sieht das Bild trüber aus. Schätzungen gehen von lediglich 280 Millionen Euro aus. Auch hier verweist Renk auf Verschiebungen ins zweite Quartal. Eine strukturelle Nachfrageschwäche sehen Marktbeobachter nicht. Das projektbasierte Geschäft schwankt naturgemäß.
Gespaltenes Aktionärsregister
Diese operative Diskrepanz lockt unterschiedliche Investoren an. Wellington Management baute eine Beteiligung von über fünf Prozent auf. Der Investor setzt auf langfristiges Wachstum. Parallel dazu wetten Hedgefonds wie AQR Capital auf fallende Kurse. Die Aktie notiert aktuell bei 54,45 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein leichtes Minus zu Buche. Bemerkenswert ist der hohe RSI-Wert von 86,6. Er signalisiert eine stark überkaufte Situation. Ein positiver Cashflow könnte nun Leerverkäufer unter Druck setzen. Manz-Siebje kaufte kürzlich selbst Aktien am Markt.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Renk?
Expansion in den USA und Europa
Strategisch stellt sich der Konzern breiter auf. Wegen deutscher Exportbeschränkungen nach Israel verlagert Renk eine Produktionslinie in die USA. Bis Ende des Jahrzehnts fließen 150 Millionen Dollar nach Michigan. In Polen entsteht eine neue Service- und Produktionsstätte. Sie richtet sich an Kunden in der Ukraine und den baltischen Staaten. Hier plant das Unternehmen Investitionen von einer halben Milliarde Euro. Am Stammsitz in Augsburg läuft der Ausbau ebenfalls auf Hochtouren. Die Jahresproduktion soll auf rund 800 Einheiten steigen.
Hauptversammlung im Juni
Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro an. Das operative Ergebnis soll im Zielkorridor bleiben. Am 10. Juni stimmen die Aktionäre über die vorgeschlagene Dividende von 0,58 Euro ab. Auf der Tagesordnung steht dann auch ein neuer Beherrschungsvertrag innerhalb der Renk-Gruppe. Institutionelle Investoren werden diesen strukturellen Umbau genau prüfen.
Renk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Renk-Analyse vom 5. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Renk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Renk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Renk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

