Starke Gewinne, aber ein schwacher Cashflow — und ein Rüstungsembargo, das direkt ins Kerngeschäft trifft. Der Augsburger Antriebsspezialist Renk steht heute beim Pre-Close Call unter Druck, gleich zwei kritische Baustellen zu erklären.
Cashflow weit unter Plan
Das Geschäftsjahr 2025 lieferte auf dem Papier solide Zahlen. Der Umsatz kletterte auf 1,37 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg um rund 22 Prozent auf 230 Millionen Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 101 Millionen Euro.
Das Cashflow-Bild sah anders aus. Der freie Cashflow fiel auf 67 Millionen Euro — die Cash Conversion Rate landete bei 47 Prozent, weit unter dem Managementziel von über 80 Prozent. Verzögerte Kundenzahlungen und gestiegenes Working Capital drückten die Kennzahl. Rund 200 Millionen Euro Umsatz verschoben sich dabei von 2025 ins erste Halbjahr 2026.
Gehen diese Vorauszahlungen nicht wie erwartet ein, droht ein weiterer Rückschlag.
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Israel-Embargo trifft Kernprodukt
Das deutsche Teilembargo bei Rüstungsexporten nach Israel trifft Renk als Lieferant von Getriebesystemen für Merkava- und Namer-Panzer direkt. Analysten schätzen, dass dadurch zwischen 80 und 100 Millionen Euro Umsatz für 2026 gefährdet sind. Israel macht rund zwei bis drei Prozent des Renk-Portfolios aus — aber eben in einem besonders margenstarken Segment.
Verlängert die Bundesregierung das Embargo, müsste Renk seine Jahresprognose wohl nach unten korrigieren.
Produktionsverlagerung in die USA
CEO Alexander Sagel reagiert mit einem klaren Schritt: Die betroffene Produktionslinie für Panzergetriebe zieht ins bestehende Werk in Muskegon, Michigan. Dort lassen sich Aufträge für amerikanische Militärprogramme ohne deutsche Exportbeschränkungen abwickeln.
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Renk will die jährliche Getriebeproduktion von 200 bis 300 auf 800 Einheiten bis Ende 2026 steigern. Bis 2030 fließen 150 Millionen Dollar in den US-Standort. Parallel entsteht ein Werk in Polen — für Lieferungen in die Ukraine und die baltischen Staaten.
Leerverkäufer gegen Insider-Kauf
Das Stimmungsbild unter Investoren ist gespalten. AQR Capital Management weitete seine Short-Position auf 1,90 Prozent aus, Marshall Wace hält 1,13 Prozent. Die Aktie notiert mit rund 55,86 Euro noch gut 37 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 88,73 Euro.
Dem steht ein Signal entgegen: CFO Anja Mänz-Siebje kaufte im März persönlich Renk-Aktien — eine direkte Gegenposition zu den Short-Wetten.
Heute muss das Management beim Pre-Close Call in Augsburg Antworten liefern. Am Donnerstag folgt eine Kapitalmarktkonferenz in München. Den entscheidenden Datenpunkt bringt der Quartalsbericht am 6. Mai: Dann zeigt sich, ob die verschobenen 200 Millionen Euro tatsächlich gebucht wurden — und ob die Jahresprognose von über 1,5 Milliarden Euro Umsatz und einem bereinigten EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro hält.
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