Renk Aktie: 39 Prozent Minus trotz Rekordaufträgen

Renk plant Strukturreform und neuen Aufsichtsratschef. Trotz Rekordaufträgen leidet der Aktienkurs unter Abverkäufen.

Renk Aktie
Kurz & knapp:
  • Geplanter Beherrschungsvertrag mit Holding
  • Dr. Klaus Richter als neuer Aufsichtsratschef
  • Rekord-Auftragseingang von 582 Millionen Euro
  • Aktie verliert trotz operativer Stärke

Starke operative Zahlen, schwacher Börsenkurs — bei Renk klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Während der Augsburger Getriebespezialist Auftragsrekorde feiert, bereitet das Management hinter den Kulissen tiefgreifende Veränderungen vor. Am kommenden Mittwoch steht die zukünftige Machtstruktur des Rüstungszulieferers zur Abstimmung.

Strukturreform und neue Kontrolleure

Im Zentrum der virtuellen Hauptversammlung steht ein geplanter Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Die Holdinggesellschaft will ihre operative Tochter, die RENK GmbH, rechtlich und finanziell enger an die Leine nehmen. Dieser Schritt zielt auf eine effizientere Kapitalsteuerung ab.

Parallel dazu ordnet das Unternehmen sein Kontrollgremium neu. Claus von Hermann legt sein Mandat nieder. Sein designierter Nachfolger als Aufsichtsratschef ist Dr. Klaus Richter. Der Industrieexperte soll die Expansion im boomenden Verteidigungssektor strategisch absichern.

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Rekordaufträge verpuffen am Markt

Fundamental liefert das Unternehmen ab. Im ersten Quartal verbuchte Renk einen Rekord-Auftragseingang von 582,3 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte auf 42,4 Millionen Euro.

An der Börse verfehlt diese Stärke bislang ihre Wirkung. Aktuell notiert das Papier bei 51,02 Euro und verlor auf Jahressicht knapp 39 Prozent an Wert. Vom Rekordhoch bei über 88 Euro ist der Titel weit entfernt.

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Marktbeobachter machen dafür Umschichtungen im Aktionariat verantwortlich. Das Rüstungskonsortium KNDS reduzierte seinen Anteil zuletzt auf gut zehn Prozent. Im Gegenzug nutzte BlackRock die niedrigeren Kurse zum Einstieg und stockte seine Beteiligung auf 4,44 Prozent auf.

Paris als nächster Impulsgeber

Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre zunächst über die vorgeschlagene Dividende von 0,58 Euro je Anteilsschein ab. Direkt im Anschluss verlagert sich der Fokus auf die Rüstungsmesse Eurosatory in Paris.

Renk präsentiert dort ab Mitte Juni seine neuen Getriebelösungen für Radfahrzeuge und Konzepte für unbemannte Landfahrzeuge. Liefert diese technologische Offensive neue Großaufträge, rückt der gleitende 200-Tage-Durchschnitt bei 58,86 Euro als nächster technischer Widerstand in den Blick.

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