Bester Jahresauftakt der Unternehmensgeschichte — und trotzdem liegt die Aktie rund 47 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Bei Renk klaffen operative Stärke und Kursentwicklung weit auseinander.

Autonome Systeme als nächstes Kapitel

Auf der Eurosatory 2026 in Paris zeigte Renk, wohin die Reise geht. Das Unternehmen präsentierte Antriebstechnik für unbemannte und autonome Fahrzeuge. Kernstück ist die sogenannte Drive-by-Wire-Fähigkeit — sie bildet die technische Grundlage für ferngesteuerte und autonom operierende Militärfahrzeuge.

Bis 2028 will Renk bis zu 325 Millionen Euro investieren. Das Geld fließt in Digitalisierung, Kapazitätsausbau und vorausschauende Wartungssysteme. Das Unternehmen entwickelt dafür Datenerfassungs- und Analysefunktionen, die Lebenszyklen von Antriebssystemen besser prognostizieren sollen.

Auftragsbestand auf Rekordniveau

Die Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 sind beeindruckend. Renk verbuchte einen Auftragseingang von 582 Millionen Euro — der stärkste Jahresauftakt der Firmengeschichte. Der gesamte Auftragsbestand liegt bei 6,9 Milliarden Euro, davon 2,6 Milliarden Euro als feste Bestellungen.

Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro an. Das operative Ergebnis soll bis zu 285 Millionen Euro erreichen. Mehr als 90 Prozent des Umsatzziels sind bereits durch feste Aufträge gedeckt.

Kurs hinkt der Substanz hinterher

An der Börse spiegelt sich das bisher kaum wider. Die Aktie schloss zuletzt bei 47,05 Euro — fast 47 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 88,73 Euro aus dem Oktober 2025. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 15 Prozent. Der Kurs liegt außerdem rund 19 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Das könnte sich ändern. Ende Juni präsentiert Renk seine Strategie vor Analysten. Dann wird sich zeigen, ob das Investitionsprogramm und die Rekordauftragslage die Bewertungslücke schließen können.