Renk kommt derzeit noch immer nicht entscheidend voran. Gestern ging es um gut 1 % auf rund 48,00 Euro nach vorne. Das hilft jedoch noch nicht. Das Papier bleibt im klaren Abwärtstrend.
Renk ist weiterhin viel zu schwach
Bei Renk prallen derzeit zwei völlig unterschiedliche Bewertungsansätze aufeinander: JPMorgan sieht den Augsburger Panzergetriebe-Spezialisten als attraktives potenzielles Übernahmeziel und bestätigt ein Kursziel von 75,00 Euro, während mwb research die Aktie lediglich mit „Hold“ und einer Zielmarke von 48,00 Euro einstuft. Auslöser für die JPMorgan-Einschätzung ist der zunehmende Konsolidierungsdruck in der europäischen Verteidigungsindustrie, konkrete Kaufangebote oder bestätigte Verhandlungen gibt es bislang jedoch nicht.
Analyst David Perry begründet seine positive Haltung auch mit den angehobenen Unternehmensprognosen für 2026 sowie dem Ausbau des Defence-Geschäfts durch die Anfang Juli vereinbarte Übernahme von David Brown Defence. Renk hat zur Vorbereitung dieser Transaktion bereits eine Refinanzierung von rund 1 Milliarde Euro abgeschlossen. Durch den britischen Getriebespezialisten soll das Unternehmen sein Produktportfolio erweitern und seine Stellung bei militärischer Antriebs- und Getriebetechnik ausbauen.
Die Übernahmefantasie erhielt zusätzlich Nahrung, nachdem KNDS seinen Stimmrechtsanteil bereits im Mai von 15,83 % auf 10,03 % reduziert hatte. Als theoretisch strategisch passende Interessenten werden neben KNDS auch BAE Systems und Leonardo genannt, weil Renk bei Schwerlastantrieben, Militärfahrzeugen und weiteren Verteidigungssystemen eine spezialisierte Position einnimmt. Keines dieser Unternehmen ist allerdings als Bieter bestätigt.
Die vor kurzem gemeldeten operativen Zahlen liefern parallel weiteres Material für die positive Seite der Debatte. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhte Renk den Umsatz um 2,7 % auf 637,2 Millionen Euro, während das bereinigte EBIT um mehr als 10 % auf 98,2 Millionen Euro stieg. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich dadurch auf 15,4 %. Für das Gesamtjahr bestätigt das Management weiterhin einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro.
Negative Analystenstimmen bleiben somit derzeit die Ausnahme. Insgesamt liegen die Kurszielschätzungen bei rund 66 Euro oder etwas mehr. Denn auch weitere positive Analystenbewertungen liegen deutlich höher als der Kurs: Barclays startete am 11. August mit „Overweight“ und 60 Euro, Deutsche Bank Research bestätigte am 14. August ein Kursziel von 73 Euro und Warburg Research hält an 63 Euro fest.
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