Bei der Renk Group AG mehren sich in diesem Sommer die Signale institutioneller Anleger. Nach einer Schwellenberührung meldete BlackRock Mitte Juli einen Stimmrechtsanteil von 4,12 Prozent an dem Augsburger Panzergetriebe- und Antriebsspezialisten. Kurz darauf wurde bekannt, dass auch der US-Vermögensverwalter Wellington Management Company seine Position am Unternehmen ausgebaut hat. Die genaue Höhe der neuen Beteiligung blieb zuletzt unklar, das Interesse großer Häuser an der Aktie ist damit aber unübersehbar.
Management bekräftigt Umsatzziel für 2026
Parallel zu den Meldungen über die Anteilseigner rückte die operative Entwicklung des Konzerns in den Fokus. Im Rahmen eines Pre-Close Calls bestätigte das Management am 16. Juli die Jahresprognose für 2026 und peilt weiterhin einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro an. Rückenwind liefert dabei der Auftragsbestand: Bereits im ersten Quartal hatte Renk einen Rekord-Auftragseingang von 582,3 Millionen Euro vermeldet, verbunden mit einer überproportionalen Steigerung des bereinigten EBIT.
Auch auf der Vertragsseite tat sich zuletzt einiges. Anfang Juli erweiterte Renk den bestehenden Rahmenvertrag mit Partner Rheinmetall für das Kettenfahrzeug KF41 Lynx. Zudem hatte das Unternehmen bereits Anfang Juli über seine Tochtergesellschaft Renk GmbH einen verbindlichen Vertrag zum Erwerb von David Brown Defence aus Großbritannien von Stellex Capital Management unterzeichnet. Die Übernahme soll den Zugang zum Marinesektor in den „Five Eyes“-Staaten stärken und im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Auf der Hauptversammlung im Juni beschlossen die Aktionäre zudem eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Zugleich wurde Dr. Klaus Richter als neuer Aufsichtsratsvorsitzender gewählt und tritt damit die Nachfolge von Claus von Hermann an.
Analysten bleiben zuversichtlich
Auch von Analystenseite kamen zuletzt positive Signale. Anfang Juli belassen die Analysten von Jefferies die Renk-Aktie auf „Buy“ und nannten ein Kursziel von 70,00 Euro. Damit sieht das Haus weiterhin deutliches Potenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Auch das Analysehaus mwb research passte Anfang Juli seine Einschätzung zur Aktie an.
Kurs bleibt unter Druck
Trotz der positiven Nachrichtenlage kommt die Aktie an der Börse nicht recht vom Fleck. Aktuell notiert das Papier bei 45,20 Euro und damit rund 4,25 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 47,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein Minus von 16,22 Prozent zu Buche, vom 52-Wochen-Hoch bei 88,73 Euro aus dem Oktober trennen das Papier fast die Hälfte des Kurswerts. Zum 52-Wochen-Tief bei 40,41 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde, hat sich dagegen bereits wieder etwas Abstand aufgebaut.
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick der Anleger nun auf den Halbjahresbericht, den Renk für den 6. August angekündigt hat. Dort dürfte sich zeigen, ob sich der starke Auftragseingang aus dem ersten Quartal auch in der operativen Marge niederschlägt und ob die jüngsten Vertragserweiterungen bereits erste Umsatzeffekte zeigen.
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