Nach den nun zwei Wochen alten Halbjahreszahlen erhält Renk weiterhin deutlichen Rückenwind von der Analystenseite. Gleich mehrere Häuser sehen bei dem Spezialisten für Antriebs- und Getriebetechnik weiteres Potenzial: Barclays nahm die Aktie am 11. August mit „Overweight“ und einem Kursziel von 60 Euro in die Bewertung auf, während Deutsche Bank Research und Warburg Research am 14. August ihre Kaufempfehlungen mit Zielmarken von 73 beziehungsweise 63 Euro bestätigten. Am Donnerstag startete die Aktie auf dem Niveau von rund 50,50 Euro, die Aktie war gestern wieder geklettert. Basis bleiben die starken Daten.

Starke Daten wirken noch immer nach!

Fundamental stützen vor allem die jüngsten Geschäftszahlen diesen Optimismus. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhte Renk den Umsatz um 2,7 % auf 637,2 Millionen Euro. Deutlich stärker entwickelte sich das bereinigte EBIT, das um gut 10 % auf 98,2 Millionen Euro zulegte. Entsprechend verbesserte sich die EBIT-Marge auf 15,4 %. Gleichzeitig bestätigte das Management seine Jahresprognose vollständig und rechnet weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro sowie einem bereinigten EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro.

Ein besonders wichtiges Signal liefert dabei die Auftragsentwicklung. Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr um rund 30 % auf knapp 1,2 Milliarden Euro, wobei allein im zweiten Quartal mehr als 600 Millionen Euro verbucht wurden – laut Quelle ein historischer Bestwert für ein einzelnes Quartal. Mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,9 gewinnt Renk zudem deutlich mehr neues Geschäft, als im gleichen Zeitraum aus dem bestehenden Auftragsbestand abgearbeitet wird.
Diese Stärke spiegelt sich im mittlerweile auf 7,4 Milliarden Euro angewachsenen Auftragsbestand wider. Für die kommenden Jahre schafft das eine hohe Visibilität und Planungssicherheit. Strategisch interessant ist zudem die geplante Übernahme des britischen Getriebespezialisten David Brown Defence. Zur Vorbereitung der Transaktion hat Renk bereits eine Refinanzierung über rund 1 Milliarde Euro abgeschlossen und könnte damit sein Verteidigungsgeschäft weiter ausbauen.
Nunverweist CEO Alexander Sagel auf die langfristige Stabilität des Kerngeschäfts: Bis mindestens 2030 dürften gepanzerte Landfahrzeuge nach seiner Einschätzung zu 99 % bemannt bleiben, während relevante Stückzahlen unbemannter Systeme erst ab 2035 erwartet werden.