Renk hat sich am Donnerstag etwas stabilisiert. Im deutschen Handel lag das Papier bei rund 42 Euro und gewann etwa 0,2 %. Die längerfristige Bilanz sieht deutlich schwächer aus: Innerhalb eines Monats beträgt das Minus ungefähr 15 %, auf Jahressicht hat die Aktie einen erheblichen Teil ihres früheren Kursniveaus eingebüßt.

Rheine möchte aktuell weiter expandieren. Das passt

Der Rückgang trifft auf konkrete Expansionspläne. Renk baut seinen Standort in Rheine aus und will dort künftig Komponenten für Waffensysteme fertigen. Damit reagiert der Antriebsspezialist auf die steigende Nachfrage der Verteidigungsindustrie. Die Auftragslage ist extrem erfreulich, die Börsen zweifelten jedoch über lange Zeit an den Kapazitätsausbauten der Industrie.

Renk gehört zu den Unternehmen, die vom europäischen Aufrüstungszyklus besonders unmittelbar profitieren können. Getriebe und Antriebslösungen werden in gepanzerten Fahrzeugen benötigt, deren Produktion in Europa ausgeweitet werden soll.

An der Börse war dieser Zusammenhang lange ein starker Kurstreiber. Inzwischen hat sich die Stimmung gedreht. Gemeinsam mit anderen deutschen Rüstungswerten geriet Renk zuletzt unter Druck. Nach dem vorausgegangenen Kursboom achten Anleger stärker auf Bewertung, Auftragstempo und die tatsächliche Umsetzung der angekündigten Produktionssteigerungen.

Der Standort Rheine bekommt deshalb mehr als nur symbolische Bedeutung. Neue Fertigungskapazitäten müssen sich in den kommenden Jahren in höheren Stückzahlen und Ergebnissen niederschlagen. Für Renk ist der Ausbau damit ein operativer Test dafür, wie schnell sich Europas steigende Verteidigungsbudgets tatsächlich in Umsatz verwandeln.

Schon deshalb sind die aktuellen Aussichten auch nach Meinung von Analysten noch erstklassig. Die Kursziele liegen sehr hoch! Dies könnte zu Kursgewinnen von deutlich über 50 % führen, meinen die Beobachter und die Analysten mit ihren durchschnittlichen Erwartungen.