Bei Renk klaffen Börsenkurs und operative Perspektive zumindest auf Basis der jüngst gemeldeten Quartalszahlen derzeit auffällig auseinander. Der Markt behandelt die Aktie kurzfristig vorsichtig, obwohl das Unternehmen mit einem Rekord-Auftragsbestand und einer wachsenden Profitabilität aufwarten kann. Zugleich ist die frühere Übernahmefantasie deutlich abgekühlt: JPMorgan hält Renk zwar weiterhin für einen strategisch interessanten Kandidaten einer Branchenkonsolidierung und bestätigt ein Kursziel von 75 Euro, einen konkreten Käufer oder ein verbindliches Angebot gibt es aber nicht.

Renk: Das waren starke Zahlen

Die wirtschaftliche Entwicklung liefert unabhängig davon bemerkenswerte Zahlen. Im ersten Halbjahr stieg der Auftragseingang um rund 30 % auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Allein im zweiten Quartal wurden mehr als 600 Millionen Euro neue Bestellungen verbucht. Dies ist ein historischer Bestwert. Der Auftragsbestand erreichte 7,4 Milliarden Euro. Mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,9 wächst damit der Puffer für künftige Erlöse erheblich.

Noch wichtiger für die Bewertung ist jedoch, was davon tatsächlich im Ergebnis ankommt. Der Halbjahresumsatz wuchs um 2,7 % auf 637,2 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT legte dagegen um mehr als 10 % auf 98,2 Millionen Euro zu. Gleichzeitig erreichte die bereinigte EBIT-Marge 15,4 %. Das Bild ist damit deutlich besser als es die aktuelle charttechnische Situation vermuten lässt.

Am Dienstag setzte die Aktie ihre vorsichtige Stabilisierung fort: Renk gewann 0,55 % und kam auf 46,70 Euro. Damit bleibt das Papier allerdings in der engen Zone um 46 bis 47 Euro, die einen echten Abwärtstrend bedeutet. Die Aktie müsste zumindest die Marke von 50 Euro überwinden, um wieder vorsichtig überhaupt einen Trendwechsel zu avisieren. Der Wechsel würde allerdings erfordern, dass die Aktie eventuell auf 52 bis 53 Euro klettern kann. Dann schlagen auch die technischen Indikatoren wieder an.