Am Freitag schließt RENK die Woche mit einem positiven Ergebnis ab. Bislang steht ein Plus von 2,55 % zu Buche. Die Aktie ist auf 43,90 Euro gestiegen. Das wiederum ist zumindest ein kleines Signal dafür, dass RENK an den Märkten nicht in Vergessenheit geraten ist.

Dennoch befindet sich die Aktie weiterhin klar in einem Abwärtstrend. Die Statistik zeigt eindeutig, wie ausgeprägt dieser Trend ist. Innerhalb der vergangenen vier Wochen hat die Aktie 8,5 % verloren. Seit Jahresanfang beträgt das Minus 18,1 %. Damit notiert das Papier weiterhin deutlich im Abwärtstrend.

Es fehlen 13 %!

Zur 100-Tage-Linie beträgt der Abstand derzeit rund 13 %, zur 200-Tage-Linie fehlen sogar rund 21 %. Aus technischer und charttechnischer Sicht fällt das Urteil damit weiterhin eher verhalten aus. Charttechniker warten nach wie vor darauf, dass die Aktie zumindest die Marke von 50 Euro zurückerobert. Davon ist sie derzeit noch ein gutes Stück entfernt. Insofern bleibt RENK aus charttechnischer Sicht vergleichsweise schwach aufgestellt.

Allerdings vertreten die meisten Analysten die Auffassung, dass die Aktie deutlich unterbewertet ist. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei rund 67,20 Euro. Ausgehend vom aktuellen Kurs entspräche dies einem Potenzial von rund 54 %.

Diese Einschätzung wird auch mit der operativen Entwicklung begründet. RENK verfügt über einen Rekordauftragsbestand. Zudem wurde am 3. Juli die geplante Übernahme von David Brown Defense bekannt gegeben. Diese gilt nach Einschätzung vieler Analysten als strategisch bedeutend. Dadurch sichert sich RENK nach Unternehmensangaben eine Auftragspipeline bis zum Jahr 2030 mit einem Volumen von rund 810 Millionen Euro. Außerdem rückt das Unternehmen damit stärker in den Fokus von Marineprogrammen der sogenannten Five-Eyes-Staaten, zu denen unter anderem Australien und Großbritannien gehören.

Auf der anderen Seite sorgen sich die Märkte bei vielen Rüstungsunternehmen derzeit um den notwendigen Ausbau der Produktionskapazitäten, um die zahlreichen Aufträge abarbeiten zu können. Damit verbinden Anleger teilweise auch mögliche Finanzierungsrisiken. Insofern wurde die geplante Übernahme durchaus mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

Analysten bleiben allerdings deutlich optimistischer. Jefferies hat das Kursziel zwar von 70 auf 60 Euro gesenkt, sieht damit aber weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial. Am 6. August dürfte es für das Unternehmen besonders spannend werden. Dann will RENK die Halbjahreszahlen veröffentlichen.