Renk hat seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr erneut bestätigt. Im Rahmen eines Pre-Close Calls teilte das Management am 16. Juli mit, weiterhin einen Konzernumsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro zu erwarten. Die Aussage kommt wenige Wochen vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 6. August, wenn sich zeigen wird, ob der Rüstungszulieferer auf Kurs liegt.
Auftragslage wächst durch Zukäufe und neue Verträge
Der Ausblick stützt sich auf eine Serie operativer Fortschritte der vergangenen Wochen. Anfang Juli erweiterten Renk und Rheinmetall ihren bestehenden Rahmenvertrag über die Lieferung von Antriebskomponenten für das Kettenfahrzeug KF41 Lynx – ein Geschäft, das die Partnerschaft der beiden Rüstungskonzerne weiter vertieft. Kurz darauf, am 3. Juli, übernahm Renk den britischen Antriebstechnik-Spezialisten David Brown Defence von der Beteiligungsgesellschaft Stellex Capital Management und erweitert damit sein Portfolio um militärische Antriebstechnologie aus Großbritannien.
Auch in den USA expandiert das Unternehmen: Ende Juni sicherte sich die Tochtergesellschaft Renk America einen mehrjährigen IDIQ-Rahmenvertrag zur Modernisierung und Instandhaltung der Fahrzeugflotte der US Army. Solche Rahmenverträge garantieren zwar keine festen Abrufmengen, verschaffen Renk aber einen langfristigen Zugang zum amerikanischen Verteidigungsmarkt. Anfang Juni startete zudem die Produktion des 4.000sten HSWL-354-Getriebes für den Kampfpanzer Leopard 2 – ein Meilenstein, der die zentrale Rolle des Unternehmens in der europäischen Panzertechnik unterstreicht.
Bereits im Mai hatte Renk für das erste Quartal 2026 einen Rekord-Auftragseingang von 582,3 Millionen Euro gemeldet, verbunden mit einer überproportionalen Steigerung des bereinigten EBIT. Die Kombination aus Rekordauftragseingang, neuen Rahmenverträgen und der Akquisition von David Brown Defence liefert damit die operative Grundlage für die bekräftigte Jahresprognose.
Personelle Weichenstellungen und Dividende
Auf der Hauptversammlung am 10. Juni beschlossen die Aktionäre eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 – nach 0,42 Euro im Vorjahr eine spürbare Anhebung. Zugleich wählte die Versammlung Dr. Klaus Richter zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden, er tritt die Nachfolge von Claus von Hermann an. Für Kontinuität an der Unternehmensspitze sorgt derweil eine andere Entscheidung: Der Aufsichtsrat verlängerte bereits im Mai den Vertrag von Vorstandschef Dr. Alexander Sagel vorzeitig bis 2032 – ein Signal, dass das Gremium langfristig auf den amtierenden CEO setzt.
Kurs bleibt unter den langfristigen Durchschnitten
An der Börse zeigt sich zuletzt eine gewisse Stabilisierung. Die Aktie notiert aktuell bei 46,06 Euro und legt am heutigen Montag um 1,99 Prozent zu. Auf Monatssicht steht ein Plus von 8,15 Prozent zu Buche, was auf eine leichte Erholung von den Tiefständen der vergangenen Wochen hindeutet. Vom 52-Wochen-Hoch aus Anfang Oktober bei 88,73 Euro trennt das Papier allerdings weiterhin fast die Hälfte des damaligen Kurswerts.
Die operativen Nachrichten der vergangenen Monate – vom Rekordauftragseingang über die Übernahme von David Brown Defence bis zur bekräftigten Jahresprognose – zeichnen das Bild eines Unternehmens, das trotz des schwächeren Aktienkurses seine Geschäftsdynamik hält. Ob sich das auch in den Zahlen für das erste Halbjahr niederschlägt, dürfte sich am 6. August zeigen, wenn Renk seinen Halbjahresfinanzbericht vorlegt und in einer Analysten-Konferenzschaltung Rede und Antwort steht.
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