Mit umfangreichen Investitionen in den USA und einer klaren strategischen Neuausrichtung reagiert Renk tendenziell auf politische und operative Herausforderungen. Die Aktie zeigt sich von solchen Bemühungen noch immer unberührt. 0,15 % ging es gestern bergab. Der Titel kam auf nur noch 53,38 Euro. Die Aktie ist bestenfalls im Seitwärtstrend. Dennoch könnte jederzeit eine Wende eintreten, wie der Blick auf das US-Geschäft nahelegt.

Renk: Das wird noch nicht berücksichtigt

Im Zentrum der Strategie steht der Ausbau des US-Geschäfts. Bis 2030 investiert das Unternehmen rund 150 Millionen US-Dollar in seine Standorte, insbesondere in Muskegon, Michigan. Ziel ist es, die Produktionskapazität deutlich zu erhöhen: Von bislang 200 bis 300 Getrieben pro Jahr soll die Fertigung bis Ende 2026 auf bis zu 800 Einheiten ausgeweitet werden.

Diese Expansion ist eng mit der geopolitischen Situation verknüpft. Durch die Produktion in den USA können Aufträge über das Foreign Military Sales-Programm abgewickelt werden, wodurch nationale Exportbeschränkungen umgangen werden. Gerade vor dem Hintergrund blockierter Lieferungen nach Israel – die Umsätze von 80 bis 100 Millionen Euro betreffen – gewinnt dieser Schritt an Bedeutung.

Dass dieser Schritt funktioniert, zeigt die Realität. So erhielt Renk bereits Verträge der U.S. Army im Volumen von bis zu 75 Millionen US-Dollar, unter anderem im Zusammenhang mit dem Bradley-Schützenpanzer. Diese Projekte sichern nicht nur kurzfristige Erlöse, sondern stärken auch die Position im US-Verteidigungsmarkt.

Allerdings ergab sich zuletzt immer wieder ein gespaltenes Bild am Kapitalmarkt. Während institutionelle Investoren wie Wellington Management Beteiligungen von über 5 % aufgebaut haben, setzten mehrere Hedgefonds auf fallende Kurse. AQR hält eine Short-Position von rund 2,30 %, hinzu kommen Positionen von Marshall Wace und PDT Partners. Solche Aktivitäten belasten den Kurs am Markt natürlich.

Auch die technischen Indikatoren liefern zusätzliche Hinweise. Mit einem RSI von 33,7 bewegt sich die Aktie im Bereich eines überverkauften Niveaus, während sie gleichzeitig unter wichtigen gleitenden Durchschnitten notiert wie dem GD200 bei 61,48 Euro. Kurz: Es ist noch viel Arbeit zu erledigen. Die Aktie ist dennoch bei Analysten sehr beliebt. Die Kursziele sind überragend hoch.