Die RENK Group hat auf ihrer Hauptversammlung am 10. Juni gleich auf mehreren Ebenen gehandelt: kräftige Dividendenerhöhung, neuer Aufsichtsratsvorsitzender und eine tiefere Konzernintegration. Das operative Geschäft läuft stark — doch der Aktienkurs hinkt hinterher.

Dividende steigt um 38 Prozent

Die Aktionäre beschlossen eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie. Das sind 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote liegt bei rund 41 Prozent. Die Auszahlung soll voraussichtlich am 15. Juni erfolgen.

Neuer Mann an der Aufsichtsratsspitze

Dr. Klaus Richter übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats. Die Aktionäre wählten ihn mit 99 Prozent Zustimmung. Er tritt die Nachfolge von Claus von Hermann an, der sein Mandat freiwillig niederlegte.

Richter bringt Erfahrung aus drei Branchen mit: Automobil, Luftfahrt und Verteidigung. Er war Vorstandsmitglied der Airbus Group und Vorstandssprecher der Diehl Gruppe.

Tochter wird enger eingebunden

Außerdem genehmigte die Hauptversammlung einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der RENK Group AG und ihrer Tochter RENK GmbH. Künftig fließen alle Gewinne der Tochter direkt an die Mutter. Die Konzernleitung erhält weitreichende Weisungsrechte. Das Ziel: eine deutlich engere Integration des Konzerns.

Rekordaufträge, schwacher Kurs

Operativ zeigt RENK klare Stärke. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Auftragseingang von 582 Millionen Euro — den höchsten Wert in einem Auftaktquartal der Unternehmensgeschichte. Der Auftragsbestand kletterte auf ein Allzeithoch von 6,9 Milliarden Euro.

Am Kurs schlägt sich das bislang kaum nieder. Die Aktie notiert bei 49,18 Euro und liegt damit rund 16 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom Mai. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 11 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Rückgang von gut 30 Prozent.

Mit dem Rekordauftragsbestand und einer deutlich gestiegenen Dividende liefert RENK Argumente für eine Neubewertung. Ob der Kurs nachzieht, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die vollen Auftragsbücher in den Ergebnissen niederschlagen.