Renk ist nun ganz nah an der runden und markanten Hürde von 50 Euro. Gestern gewann der Rüstungskonzern 2,9 % und kam am Ende auf einen Kurs in Höhe von 49,24 Euro. Renk profitiert sicher von den weiterhin grassierenden „geopolitischen Spannungen“, wie es typischerweise heißt. So blieb der Augsburger Getriebespezialist von den jüngsten chinesischen Exportkontrollen für Dual-Use-Güter verschont (anders als die Rheinmetall) und sieht sich damit vorerst keinen zusätzlichen Einschränkungen in den Lieferketten gegenüber.

Neben dem Rückenwind durch zahlreiche Konflikte und Spannungen stützen mehrere ohnehin aktuell schon bekannte fundamentale Faktoren die Zuversicht der Anleger. Das Management hält ein bereinigtes EBIT am oberen Ende der Jahresprognose von bis zu 285 Millionen Euro für möglich. Hinzu kommt ein Rekordauftragsbestand von rund sieben Milliarden Euro sowie zuletzt das stärkste erste Quartal der Unternehmensgeschichte mit einem Umsatz von 582,3 Millionen Euro.

Mehr Geld für die Renk

Ende Juli verbesserte Renk zudem seine Finanzierungsstruktur durch eine neue unbesicherte Kreditlinie über 1,05 Milliarden Euro, die niedrigere Finanzierungskosten und zusätzlichen Spielraum für Investitionen oder Übernahmen schaffen soll.

Dennoch wird die eigentliche Bewährungsprobe jetzt erst folgen: Am 6. August, in 2 Tagen, meldet Renk seine Halbjahreszahlen und muss zeigen, dass die starke operative Entwicklung den jüngsten Kursanstieg tatsächlich rechtfertigt. Besonders im Fokus stehen Aussagen zur weiteren Auftragslage sowie zur Ergebnisentwicklung.

Auch Analysten bleiben überwiegend positiv gestimmt. JPMorgan hält an seiner optimistischen Einschätzung fest, während Jefferies das langfristige Potenzial deutscher Rüstungswerte hervorhebt. Gelingt es Renk, die Erwartungen an Umsatz und Ergebnis zu erfüllen und den positiven Ausblick zu bestätigen, könnte dies den Weg über die 50-Euro-Marke ebnen und zugleich den Abstand zur 200-Tage-Linie weiter verringern. Es fehlen derzeit nur noch 9,4 %, während der GD100 sogar bis auf -1,2 % herangerückt ist. Die Trendwende kann jetzt unmittelbar gelingen.