Renk hat am Freitag lediglich einen Abschlag von 0,09 % hinnehmen müssen. Am Ende zeigte die Börsentafel einen Kurs von 43,55 Euro. Damit hielt sich die Aktie besser als beispielsweise Rheinmetall, das am Freitag erneut deutlich nachgab.

Renk ist stärker als gedacht

In den zurückliegenden Tagen entwickelten sich allerdings beide Aktien ausgesprochen schwach. Dieser Gleichlauf zeigte sich auch über den Zeitraum von etwa einem Monat. Damit wird deutlich, dass derzeit die gesamte Rüstungsbranche unter Druck steht.

Seit Jahresbeginn haben die Papiere von Renk nahezu 20 % verloren. Rheinmetall hat sogar noch stärker nachgegeben, vor allem seit April. Renk konnte in den vergangenen Monaten selbst bei einer grundsätzlich guten Nachrichtenlage nicht mehr überzeugen.

Das Unternehmen verfügt weiterhin über einen hohen Auftragsbestand. Wehrtechnik und Spezialgetriebe stehen dabei im Mittelpunkt. Die jüngsten Kursrückgänge dürften vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die NATO bei ihrem jüngsten Treffen erkennen ließ, dass klassische Landsysteme künftig eine geringere Rolle spielen könnten. Diese Einschätzung hat sich offenbar auch in der Bewertung von Renk niedergeschlagen.

Dennoch bleibt die Entwicklung rätselhaft. Der Auftragsbestand von Renk belief sich zum Ende des ersten Quartals auf 6,9 Milliarden Euro. Damit war ein Vielfaches des für das laufende Jahr erwarteten Jahresumsatzes von gut 1,5 Milliarden Euro bereits abgedeckt.

Insofern bleiben viele Beobachter weiterhin unsicher. Charttechniker und technische Analysten sehen die Aktie derzeit allerdings unter erheblichem Abwärtsdruck und gehen davon aus, dass sich dieser kurzfristig kaum aufhalten lässt. Auf der anderen Seite sprechen die Zahlen gegenwärtig schon sehr für die Hersteller von Getriebe, meinen die Beobachter des Wertes derzeit ganz offensichtlich noch.