Der Getriebespezialist RENK schaffte jüngst einen guten Durchbruch. Zum Auftakt der neuen Woche gewann die Aktie aktuell lediglich 1,00 %, die kommt aber auf einen Kurs von 50,49 Euro. Damit sind Charttechniker schon zufrieden, zudem ist die 100-Tage-Linie mit dem Vorsprung von rund2,7 % überwunden. Ein Rückblick auf die Hauptursache: Die frischen Halbjahreszahlen vom vergangenen Donnerstag.
Der Auftragseingang schoss um 29,7 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro nach oben, wobei das zweite Quartal mit 612,8 Millionen Euro sogar einen neuen Rekordwert markierte. Damit klettert der Gesamtauftragsbestand auf das beeindruckende Allzeithoch von 7,4 Milliarden Euro.
Profitabilität zieht spürbar an
Beim Umsatz zeigte sich RENK mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 637,2 Millionen Euro zwar verhaltener, blieb damit aber voll im gewollten Rahmen der Projekt- und Lieferpläne. Umso erfreulicher entwickelte sich die Ertragsseite: Das bereinigte EBIT kletterte um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro. Als verlässlicher Zugmotor erwies sich erneut die Sparte Vehicle Mobility Solutions. Dass dieser Trend anhält, zeigt der phänomenale Orderzuwachs in dem Segment um 42,6 Prozent auf 970,4 Millionen Euro.
Rüstungsaufträge und gezielte M&A-Strategie
Verantwortlich für das pralle Auftragsbuch sind namhafte Großaufträge aus dem Verteidigungssektor. Neben der Erweiterung des Rheinmetall-Rahmenvertrags für den Schützenpanzer KF41 Lynx punktete RENK bei der US-Armee mit Folgeaufträgen für das HMPT-800-Getriebe sowie mit ersten Serienaufträgen für den Patria TRACKX. Um die globale Marktposition weiter auszubauen, plant der Konzern zudem die Übernahme von David Brown Defence im vierten Quartal 2026. Damit sichert sich RENK direkten Zugang zu langfristigen Marineprogrammen wie dem Global Combat Ship.
Ausblick bestätigt, aber hohes Tempo nötig
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt das Management seine Jahresprognose und rechnet weiterhin mit einem Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro bei einem bereinigten EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Die fundamentale Entwicklung präsentiert sich somit absolut solide. Allerdings sollte RENK beim tatsächlichen Umsatzwachstum in den kommenden Quartalen noch einen Gang höher schalten. Nur so lässt sich die sportliche Marktbewertung von rund 5 Milliarden Euro nachhaltig rechtfertigen.
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