Bei dem Getriebespezialisten Renk klaffen die nackte operative Realität und der Frust an der Börse meilenweit auseinander. Während das Geschäft auf Hochtouren läuft, drückte die miese Marktstimmung den Kurs zuletzt gnadenlos in die Knie. Jetzt meldet sich endlich die Käuferseite zurück. Ein frischer Analystenkommentar von Jefferies liefert den Bullen neues Futter. Expertin Chloe Lemarie bekräftigt ihre Kaufempfehlung und verweist auf einen lukrativen neuen Großauftrag aus den USA. Das Pentagon bestellt hydromechanische Getriebe, was die ohnehin prallen Auftragsbücher des Rüstungskonzerns weiter anschwellen lässt.

Volle Auftragsbücher gegen den Börsenfrust

Die Anleger griffen nach den News dankbar zu und hievten die Aktie um 3,26 % auf 42,72 Euro nach oben. Ein echter Befreiungsschlag ist das allerdings noch nicht, denn das Papier klebt weiterhin gefährlich nahe am frischen Jahrestief von 40,41 Euro. Seit dem Jahreswechsel summiert sich das Minus auf bittere 23 %. Dabei liefert das Unternehmen operativ eine Glanzleistung nach der anderen ab.

Allein im ersten Quartal sammelte Renk neue Aufträge im Wert von über 582 Millionen Euro ein. Der Gesamtauftragsbestand knackt damit die Marke von stolzen 6,9 Milliarden Euro. Auch die Profitabilität stimmt: Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um gut zehn % auf 42,4 Millionen Euro, was einer starken Marge von 15 % entspricht. Das Management hält folgerichtig eisern an seinen Jahreszielen fest.

Nervenkitzel vor den neuen Inflationsdaten

Da bis Mitte Juli keine eigenen Unternehmensmeldungen anstehen, bestimmen vorerst externe Faktoren das Spiel. Die kommenden Inflationsdaten aus Deutschland und der Eurozone werden zum Gradmesser für den Kurs. Rüstungswerte reagierten zuletzt extrem dünnhäutig auf Zinsdebatten. Fällt die Teuerungsrate heißer aus als gedacht, droht der Renk-Aktie ein brutaler Härtetest der psychologisch wichtigen 40-Euro-Marke. Sinken die Raten dagegen, öffnet sich die Schleuse für eine kräftige technische Erholung.