Mit einem Kurs von 42,46 Euro und einem Tagesplus von 2,7 % konnte sich die Renk-Aktie am Freitag wieder minimal stabilisieren. Innerhalb von fünf Handelstagen war es zuvor um -11,60 % abwärts gegangen. Rheinmetall hatte die Branche noch einmal unter Strom gesetzt.

Und dennoch darf man zurückblicken: Renk hat etwas mehr zu bieten als nur den Abwärtsmarsch. Es baut sich um.

Renk: Das kann noch etwas werden

Die jüngste Eurosatory-Messe in Paris hat die Entwicklung deutlich gemacht. Unternehmen wie KNDS, Rolls-Royce Power Systems und ZF Friedrichshafen investieren in neue Mobilitäts- und Energiesysteme für militärische Anwendungen. Damit verschiebt sich der Wettbewerb zunehmend von klassischen Antriebskomponenten hin zu integrierten Technologielösungen.

Renk reagiert auf diesen Wandel mit einer Erweiterung des Produktangebots. Das Unternehmen arbeitet an neuen Antriebslösungen für gepanzerte Radfahrzeuge und engagiert sich zusätzlich im Bereich unbemannter Bodensysteme. Damit erschließt der Konzern Marktsegmente, die über das traditionelle Geschäft mit militärischen Getrieben hinausgehen.

Trotz der strategischen Neuausrichtung bleibt das Kerngeschäft stark. Nach Angaben aus der Unternehmenskommunikation beläuft sich der Auftragsbestand auf rund 6,9 Milliarden Euro. Diese Zahl übersteigt die für 2027 erwarteten Jahresumsätze von 1,81 Milliarden Euro deutlich und unterstreicht die hohe Auslastung für die kommenden Jahre.

Die Börse bewertet derzeit allerdings vor allem die Umsetzung dieser Aufträge. Das zeigt der immer noch maximal vorherrschende Abwärtstrend. Die Aktie muss noch mindestens 20 % aufholen, um wichtige Trend-Indikationen zu überrunden. Aber immerhin: Trotz aller Skepsis sind Analysten zuversichtlich. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei über 67 Euro! Damit hat die Aktie ein Potenzial von weit über 50 %, wenn es nach der Expertise der Spezialisten geht. Nur muss jetzt langsam die Abwärtsfahrt ein Ende finden, meinen vor allem die Charttechniker.