Rüstungskonjunktur auf der einen Seite, wachsender Leerverkaufsdruck auf der anderen — die RENK Group steckt in einem ungewöhnlichen Widerspruch. Während institutionelle Shortseller ihre Wetten gegen den Augsburger Antriebsspezialisten ausbauen, kaufte Finanzchefin Anja Mänz-Siebje am 9. März persönlich Aktien des Unternehmens. Ein klares Signal, dass das Management die aktuelle Bewertung für attraktiv hält.
Shortseller erhöhen den Druck
AQR Capital Management hat seine Short-Position zuletzt von 1,82 auf 1,90 Prozent ausgeweitet. Marshall Wace LLP zog am 12. März nach und stockte von 1,04 auf 1,13 Prozent auf. Lediglich PDT Partners reduzierte seine Position leicht auf 0,79 Prozent. Die Skepsis der Leerverkäufer hat einen konkreten Grund.
Das zentrale operative Risiko liegt beim Exportgeschäft mit Israel. RENK liefert RK-325-Getriebesysteme für israelische Panzer des Typs Merkava und Namer — doch die Bundesregierung hat entsprechende Rüstungsexporte ausgesetzt. Für 2026 stehen damit Umsätze zwischen 80 und 100 Millionen Euro auf dem Spiel.
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US-Verlagerung als Ausweg
CEO Alexander Sagel arbeitet bereits an einer Lösung: Die Produktion soll in das Werk im amerikanischen Muskegon verlagert und über das US-Foreign-Military-Sales-Programm abgewickelt werden. Dass der nordamerikanische Markt als Ausweichroute funktioniert, zeigt ein kürzlich geschlossener Vertrag mit der US Army über 75,5 Millionen Dollar.
Das operative Fundament des Konzerns bleibt dabei bemerkenswert stabil. Im Geschäftsjahr 2025 wuchs der Umsatz um knapp 20 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 22 Prozent auf 230 Millionen Euro zu. Der Auftragsbestand erreichte mit 6,68 Milliarden Euro ein Allzeithoch — ein Jahr zuvor waren es noch 4,96 Milliarden Euro. Für die Hauptversammlung am 10. Juni schlägt der Vorstand eine um 38 Prozent erhöhte Dividende von 0,58 Euro je Aktie vor.
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Parallel erschließt RENK Polen als neuen Produktionsstandort. Zunächst soll die Wartung anlaufen, später die Fertigung. Bis Ende 2026 ist eine Steigerung der jährlichen Getriebeproduktion von zuletzt 200 bis 300 auf 800 Einheiten geplant.
Zwei Termine als Wegweiser
Trotz des positiven Newsflusses — zuletzt sicherte sich RENK am 18. März einen weiteren Folgeauftrag — notiert die Aktie rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und damit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Am 22. April folgt ein Pre-Close-Call, bevor am 6. Mai die vollständigen Q1-Zahlen veröffentlicht werden. Dann zeigt sich, ob die US-Verlagerung schnell genug greift, um die Exportblockade zu kompensieren — und ob der Insiderkauf der Finanzchefin rückblickend gutes Timing beweist.
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