Aktuell steht die Aktie von Renk mehr oder weniger auf Vortageskurs. Sie hat ein Kursniveau von gut 43 Euro erreicht. Die Notierungen bewegen sich kaum. In den zurückliegenden vier Wochen war es für das Papier allerdings um fast fünf % abwärts gegangen.
Renk: Gegen alle Erwartung
Die Aktie befindet sich sowohl charttechnisch als auch technisch betrachtet ganz sicher im Abwärtstrend. Renk verfehlt derzeit die Kursziele der Analysten um 24 %. Das heißt, hier bestehen Potenziale von deutlich über 50 %, wenn es nach den Experten in den Bankhäusern geht.
Renk leidet allerdings auch darunter, dass die Stimmung im Rüstungssektor insgesamt schwach ist. Dies hängt damit zusammen, dass die Märkte den Kapazitätsanforderungen für die Aufrüstung offenbar misstrauen. Man weiß nicht genau, ob Renk und andere Unternehmen die erforderlichen Kapazitäten tatsächlich finanzieren können. Hier gibt es zum Beispiel Zweifel daran, ob der Cash-Bestand hoch genug ist.
All das sind allerdings eher schwammige Argumente dafür, dass die Notierungen in diesem Sektor seit Monaten nach unten laufen. Analysten lassen sich von dieser Einschätzung jedenfalls in keiner Weise beeindrucken. Die Kursziele liegen weiterhin deutlich höher.
Dies wird unter anderem auch mit dem tatsächlichen Auftragsbestand von Renk begründet. Bislang liegen allerdings nur die Zahlen zum ersten Quartal vor. Damals wurde ein Rekordwert von 6,9 Milliarden Euro vermeldet. Zum Vergleich: Der Börsenwert des Unternehmens liegt bei 4,3 Milliarden Euro. Das heißt, allein der Auftragsbestand entspricht in etwa dem Eineinhalbfachen des Börsenwertes.
Unabhängig davon ist auch die Struktur der Aufträge interessant. Fest vereinbart sind bereits 2,6 Milliarden Euro. Sogenannte Rahmenverträge, die bei Bedarf abgerufen werden können, belaufen sich auf 0,9 Milliarden Euro. Absichtserklärungen sowie frühere Zusagen machen weitere 3,5 Milliarden Euro aus.
Am Ende soll das Unternehmen den Prognosen zufolge im laufenden Jahr einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro oder etwas mehr erwirtschaften. Renk selbst hatte bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal im Mai 2026 darauf hingewiesen, dass bereits mehr als 90 % des für das laufende Jahr geplanten Umsatzes durch den festen Auftragsbestand abgesichert seien.
Auch das hat die Börsen erstaunlicherweise kaum beeindruckt. Das bereinigte EBITDA wird für das laufende Jahr zwischen 250 Millionen Euro und 285 Millionen Euro erwartet. Daraus ergibt sich eine Marge zwischen 17,0 und 18,4 %. Auch dies deutet eigentlich darauf hin, dass derzeit nur geringe Cash-Probleme zu erwarten sind.
Insofern ist der Kursrückgang der Aktie aus wirtschaftlicher Sicht nicht vollständig nachzuvollziehen. Es sei weiterhin darauf verwiesen, wie überzeugt die Analysten von diesem Unternehmen sind und wie hoch ihre Kursziele nach wie vor ausfallen.
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