Das Aus für das F126-Fregattenprogramm schickte die Renk-Aktie auf Talfahrt. Erst am Donnerstag markierte der Kurs ein neues 52-Wochen-Tief bei 40,41 Euro. Jetzt ändert sich die Perspektive radikal. mwb research stuft den Rüstungszulieferer hoch.
Die Analysten heben das Rating von „Hold“ auf „Buy“ an. Der Grund ist keine neue Unternehmensmeldung. Vielmehr halten die Experten die jüngste Marktreaktion für einen Fehlschluss. Das gestoppte F126-Projekt kostet Renk maximal 20 Millionen Euro.
Dieser Ausfall lässt sich laut mwb research durch Entschädigungen abfedern. Parallel dazu eröffnet der Wechsel der Marine auf den Fregatten-Typ MEKO-A200 neue Chancen. Hier winken Renk zusätzliche Aufträge im Wert von 30 bis 40 Millionen Euro. Kürzere Lieferzeiten und höhere Stückzahlen sprechen für den Konzern.
Milliarden-Umbau bei der Marine
Das Bundesverteidigungsministerium hatte das F126-Projekt wegen explodierender Kosten gestoppt. Ein Wechsel des Generalunternehmers hätte das Budget auf über 18 Milliarden Euro getrieben. Stattdessen plant der Bund nun mit acht MEKO-Fregatten. Für die ersten vier Schiffe veranschlagt das Ministerium rund 6,3 Milliarden Euro.
Auch abseits der Marine sehen Beobachter Potenzial. Beschleunigt die Bundesregierung ihre Investitionen in Landsysteme, könnte Renk stark profitieren. Der Auftragseingang im zweiten Quartal könnte dann 500 Millionen Euro erreichen.
Chartbild bleibt angeschlagen
Die neue Analysteneinschätzung treibt den Kurs aktuell auf 42,58 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von knapp drei Prozent. Dennoch bleibt das technische Bild trüb. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier einen Verlust von rund 23 Prozent.
Der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten ist weiterhin groß. Der Kurs notiert gut 14 Prozent unter der 50-Tage-Linie. Die Folge: Das hohe Schwankungsrisiko bleibt bestehen.
Die Hochstufung verschafft der Aktie eine dringend benötigte Atempause. Der Markt hat die Risiken des F126-Stopps offenbar überbewertet. Eine nachhaltige Trendwende erfordert nun handfeste Beweise. Renk muss zeigen, dass die erhofften MEKO-Aufträge tatsächlich in den Büchern landen.
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