Bei mehr als 51 Euro geht die Renk aus dem Wochenhandel. Am Freitag ging es dabei um über 3 % aufwärts. Analysten allerdings erwarten auf Basis der jüngsten Zahlen eigentlich sehr viel mehr. Die Kursziele sollen bei über 66 Euro liegen, so die mittleren Schätzungen. Noch immer zehrt auch die Renk von ihren eigene jüngst publizierten Quartalszahlen.
Deshalb sind die Schätzungen für die Renk so erfreulich!

Ein Auftragsbestand von 7,4 Milliarden Euro verschafft Renk eine starke Grundlage für die kommenden Jahre. Doch der Antriebsspezialist nutzt die derzeit hohe Nachfrage nicht nur für organisches Wachstum, sondern arbeitet parallel daran, seine strategische Basis weiter auszubauen. Dabei rücken vor allem eine geplante Übernahme und die Neuordnung der

Finanzierung in den Mittelpunkt.

Mit David Brown Defence will Renk einen britischen Spezialisten für Hochpräzisionsgetriebe übernehmen. Das Unternehmen mit rund 530 Beschäftigten verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung in diesem Bereich und soll die Position von Renk bei spezialisierter Antriebstechnik ergänzen. Für die Transaktion werden laut den vorliegenden Informationen 200 bis 250 Millionen US-$ genannt. Der Abschluss wird nach den erforderlichen Genehmigungen im vierten Quartal 2026 erwartet.

Die geplante Expansion trifft auf eine neu aufgestellte Finanzierung. Ende Juli schloss Renk eine Refinanzierung über 1,05 Milliarden Euro ab. Das Paket umfasst einen Konsortialkredit von 450 Millionen Euro, eine revolvierende Kreditlinie über 225 Millionen Euro sowie eine Garantielinie von 375 Millionen Euro. Die bisherige LBO-Finanzierung wird damit ersetzt und der finanzielle Spielraum für weiteres Wachstum und strategische Schritte erweitert.

Dass der Konzern diese Schritte aus einer Position wirtschaftlicher Stärke heraus angeht, zeigen auch die Halbjahreszahlen. Der Auftragseingang stieg um 30 % auf 1,195 Milliarden Euro, während das zweite Quartal mit rund 613 Millionen Euro einen Rekordwert brachte. Gleichzeitig erreichte der Auftragsbestand 7,4 Milliarden Euro. Bei 637,2 Millionen Euro Halbjahresumsatz lag das bereinigte EBIT bei rund 98 Millionen Euro.

Die positiven Fundamentaldaten spiegeln sich auch in den überwiegend optimistischen Analysteneinschätzungen wider. JPMorgan sieht mit einem Kursziel von 75 Euro besonders viel Potenzial und bewertet den Titel mit „Overweight“.