Die Renk-Aktie hat am Dienstag in Wien kräftig zugelegt. Am Nachmittag stieg der Titel um 4,56 % auf 44,36 Euro. Unterstützung kam von Analystenseite. Der Börsenwert erreichte damit rund 4,45 Milliarden Euro.

Operativ lieferte Renk im zweiten Quartal 353,59 Millionen Euro Umsatz. Im ersten Quartal waren es 283,61 Millionen Euro gewesen. Das entspricht einem Anstieg von knapp 25 %. Der operative Gewinn erreichte zuletzt 31,36 Millionen Euro, woraus sich eine operative Marge von rund 8,9 % errechnet.

Die Zahlen sprechen für sich: Renk scheint deutlich unterbewertet zu sein

Beim Nettogewinn fiel der Zuwachs wesentlich kleiner aus. Nach 15,35 Millionen Euro im ersten Quartal waren es im zweiten Quartal 14,48 Millionen Euro. Trotz des höheren Umsatzes ging der Überschuss damit leicht zurück.

Renk profitiert von mehrjährigen Aufträgen, deren Auslieferung sich über längere Zeiträume erstreckt. Ein Teil der heutigen Erlöse stammt deshalb aus Bestellungen, die bereits Jahre zuvor eingegangen sind. Neue Verteidigungsprogramme schlagen entsprechend nicht sofort vollständig im Umsatz nieder. Bis 2030 rechnen Analysten vor allem mit zusätzlichen Rahmenverträgen, neuen Kettenfahrzeugplattformen und einem wachsenden Servicegeschäft. Letzteres kann auch nach der Auslieferung von Fahrzeugen und Antriebssystemen über Wartung und andere Dienstleistungen weitere Erlöse liefern.

Die hohen Wachstumserwartungen spiegeln sich bereits in der Bewertung wider. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei gut 40. Renk wird damit deutlich höher bewertet als viele klassische Maschinenbauer. Verzögerte Auslieferungen oder schwächere Margen können sich bei einem solchen Bewertungsniveau entsprechend stark auf den Aktienkurs auswirken. Für das dritte Quartal erwarten Analysten nach dem zuvor schwächeren Geschäftsverlauf wieder mehr Tempo. Ihre Kursziele liegen im Durchschnitt bei mehr als 66 Euro. Vom Dienstagskurs bei 44,36 Euro entspricht das einem Abstand von mindestens 21,64 Euro beziehungsweise knapp 49 %.