Das klassische Getriebegeschäft bleibt für Renk weiterhin ein wichtiger Wachstumstreiber. Erst vor wenigen Tagen lief das 4.000ste Getriebe für den Leopard-2-Kampfpanzer vom Band. Die ist ein Meilenstein, der die starke Stellung des Unternehmens innerhalb der westlichen Verteidigungsindustrie unterstreicht. Gleichzeitig arbeitet der Konzern daran, seine Abhängigkeit von diesem traditionellen Geschäft schrittweise zu reduzieren.

Genau diese Kombination aus bewährter Industriekompetenz und technologischer Weiterentwicklung prägt derzeit die Unternehmensstrategie. Auf der Eurosatory in Paris zeigt Renk neue digitale Mobilitätslösungen, moderne Antriebssysteme und Konzepte für autonome Fahrzeuge. Ziel ist es, sich stärker als Systemanbieter zu positionieren und zusätzliche Wertschöpfung innerhalb zukünftiger Verteidigungsprogramme zu sichern.

RENK: Auf bestem Wege

Die Voraussetzungen dafür erscheinen günstig. Vorstandschef Alexander Sagel rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist dabei, dass bereits über 90% dieser Erlöse durch den bestehenden Auftragsbestand abgesichert sein sollen. Eine derart hohe Erwartbarkeit ist selbst innerhalb der boomenden Rüstungsbranche keine Selbstverständlichkeit.

Unterstützung kommt zudem von institutioneller Seite. Große Investoren haben ihre Beteiligungen zuletzt teilweise ausgebaut, während Analysten trotz einzelner Anpassungen an ihren positiven Einschätzungen festhalten. Das spricht dafür, dass viele Marktteilnehmer die langfristigen Perspektiven weiterhin konstruktiv bewerten.

Von dieser Zuversicht ist im Chart allerdings bislang nur begrenzt etwas zu sehen. Mit einem Kurs von 48 Euro verzeichnet die Aktie am Freitag ein deutliches Plus von 2,6 %. Leider gelang es noch nicht, 50 Euro zu erreichen. Dann wären Charttechniker erleichtert. Der Abstand zu den Rekordkursen bei fast 90 Euro allerdings der vergangenen Monate zeigt, dass Investoren aktuell höhere Anforderungen an neue Wachstumsimpulse stellen.

Entscheidend dürfte deshalb werden, wie schnell sich die aktuellen Innovationsprojekte in konkrete Aufträge und zusätzliche Margen übersetzen lassen. Und: wie die Stimmung in der Branche sich entwickelt. Hier steht noch ein Fragezeichen im Raum. Analysten indes sind begeistert von der Aktie.